NHL

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In unserer ersten Ausgabe haben wir einen kleinen Blick auf den Draft 2019 geworfen, wo die New Jersey Devils mit Jack Hughes, und die New York Rangers mit Kaapo Kakko die 2 besten Spieler dieses Drafts bekommen haben. NHL-Fachmann Manuel Assigal mit den neuesten Infos.

Obwohl die New Jersey Devils nicht besonders gut in die Saison gestartet sind (6 Niederlagen in den ersten 6 Spielen) kam es vergangene Woche dann zum Aufeinandertreffen der beiden zukünftigen „Superstars“. Die Fans beider Lager freuten sich auf dieses „Derby“ und das Duell Kakko vs Hughes. Im Prudential Center war dann Hughes sogar in der ersten Linie, weil Nico Hischier verletzt ausfiel. Vor fast ausverkauftem Haus war dann Hughes derjenige, der zumindest einen Assist (hat einen Schuss abgefälscht) verbuchen konnte und so mit seinen Devils den ersten Saisonsieg feiern konnte. Die Rangers wurden mit 5:2 zurück nach Manhattan geschickt.

In dieser frühen Phase ist es noch schwierig, Prognosen zu treffen. Einige Überraschungen und auch Enttäuschungen, gab es dennoch schon, daher sehen wir uns nun die einzelnen Divisions in einem kurzen Überblick an.

Metropolitan Division:

Die mittlerweile aufgrund ihrer Siegesfeierlichkeiten berühmten Carolina Hurricanes (Nennen sich selbst auch „Bunch of Jerks“) starteten furios in die Saison (5 Siege in den ersten 5 Spielen, darunter auch Tampa und Washington als Gegner) und das, obwohl der letztjährige Topscorer Sebastian Aho noch weit hinter seinen Erwartungen zurückliegt. In diese doch sehr junge Truppe hat man mit Haula, Dzingel (beide Stürmer), Edmundson und Gardiner (beide Verteidiger) doch auch Erfahrung geholt. Vor allem Edmundson ist als stay at home Verteidiger bekannt, der auch mal vor dem eigenen Tor aufräumen kann. Auch die Pittsburgh Penguins sind trotz einiger Verletzungen (Malkin, Galchenyuk und Rust haben bisher nicht viel oder gar nicht gespielt) gut in die Saison gestartet. Enttäuschend bisher waren, trotz des Sieges gegen den Rivalen, die New Jersey Devils. Man hat mit Jack Hughes einen weiteren #1 Pick geholt und um Superstar Taylor Hall bei Laune zu halten (er würde nur verlängern wenn das Team Richtung Stanley Cup steuert) auch am Free Agent Markt ordentlich zugeschlagen. Mit Wayne Simmonds, PK Subban und Nikita Gusev (letztes Jahr punktbester Spieler in der KHL mit 101 Punkten aus 80 Spielen) hat man sich namhaft verstärkt. Doch die Abwehr und auch das Goalieduo (Schneider/Blackwood) bereiten dem Team weiterhin Sorgen und auch der Trainer John Hynes ist nicht mehr unantastbar. Er hat bereits einen neuen Assistenten an die Seite gestellt bekommen.

Atlantic Division:

Für viele sind die Buffalo Sabres die große Überraschung bisher. Man steht aktuell vor den 3 Powerhouses Boston, Tampa Bay und Toronto an der Spitze der Division. Für viele sind die Sabres hingegen schon lange Geheimfavorit, konnten dies bisher aber nicht aufs Eis bringen. Was sind die Gründe für diese Leistungsexplosion? Zum einen Ralph Krueger als Headcoach, der zuletzt im Fußballbereich in der Premier League tätig war, zum anderen natürlich auch die Entwicklung junger Spieler. Rasmus Dahlin (#1 Pick 2018) geht in seine zweite Saison und spielt bisher beeindruckend. Auch Jack Eichel startet vorne stark in die Saison und wirkt an der Scheibe noch ruhiger und sicherer. Zudem hat man mit Victor Olofsson jemanden aus der AHL hochgezogen, der eine absolute Granate als Schlagschuss hat. Dies beweist auch seine bisherige Statistik, seine ersten 8 NHL Tore fielen alle im Powerplay. Fast im Ovechkin Stil stellt er sich an der Halfwall auf und hämmert die One Timer unhaltbar ins Tor. Mit Jeff Skinner und Sam Reinhart hat man weitere verlässliche Torschützen, während mit Marcus Johansson ein starker Playmaker neu im Team ist. Dies wird ein harter Vierkampf um die 3 fixen Playoffplätze, wo auch die Florida Panthers und Montreal Canadiens noch ein Wörtchen mitreden wollen. Für die Detroit Red Wings und die Ottawa Senators bleibt hier wohl nur die Rolle als Zuseher.

Pacific Divison:

Hier sind aktuell 2 Teams vorne mit dabei, die es letztes Jahr nicht ins Playoff geschafft haben. Die Edmonton Oilers und Anaheim Ducks. Bei beiden ist dies definitiv bemerkenswert. Die Edmonton Oilers haben mit dem Trade James Neal <—> Milan Lucic einen Goldgriff getätigt. James Neal ist in der Torschützenliste ganz vorne mit dabei, während man bei Leon Draisaitl und Connor McDavid schon fast von einer „planmäßig“ sehr starken Ausbeute sprechen kann. Bei beiden Teams kann man bisher aber auch von einem dankbaren Auftaktprogramm sprechen. Die Vegas Golden Knights, Calgary Flames und Vancouver Canucks sind jedoch dicht dran. Die San Jose Sharks mussten zwar mit Joe Pavelski einen wichtigen Spieler zu den Dallas Stars abgeben, haben jedoch Patrick Marleau nach „Hause“ geholt. Auch Evander Kane fehlte in den ersten Spielen aufgrund einer Sperre, hat sich jedoch zuletzt mit einem Hattrick gegen die Hurricanes eindrucksvoll zurückgemeldet. Dringend eine „Verjüngung“ bräuchten die Los Angeles Kings vorne. Beinahe unmöglich scheint eine Playoff Teilnahme. Das Goaliegespann bisher ganz schwach, Jonathan Quick, der immer von seiner Athletik lebte, spielt bisher eine ganz schwache Saison. Vorne sind alle Leistungsträger (Kopitar, Carter, Brown, Kovalchuk) über 30 und sind auf dem Weg langsam aber sicher die Karriere „ausklingen“ zu lassen. Hier muss man die nächsten 1-2 Jahre beobachten. Im Draft 2019 hat man mit Alex Turcotte (sehr starker two way Center), Arthur Kaliyev (Flügelspieler mit unglaublich starkem Abschluss, dürfte aber nicht der einfachste sein) und Samuel Fagemo (heuer noch bei Frölunda in der SHL) 3 Stürmer geholt, die man auf dem Zettel haben sollte. Tobias Björnfot hat mit 18 Jahren in der Defensive schon seine Feuerprobe bei den Kings erhalten und 3 Spiele gemacht.

Central Division:

Bei den Colorado Avalanche war schon letztes Jahr ein klarer Aufwärtstrend erkennbar. Man konnte das Playoff erreichen und die Calgary Flames in Runde 1 mit 4:1 eliminieren. Danach war jedoch gegen die San Jose Sharks (3:4) Endstation. Mikko Rantanen, Nathan MacKinnon und Gabriel Landeskog sind mittlerweile jedem Eishockey Fan ein Begriff. Die 3 waren schon vorige Saison mit die gefährlichste Linie der NHL. Heuer hat man sich im „secondary scoring“ verstärkt und Nazem Kadri und Joonas Donskoi geholt. Auch Cale Makar, der junge Verteidiger, zählt heuer zur Stammformation und hat sich auch schon mit einigen Punkten in die Scorerliste eingetragen. Weiter hoffen natürlich der amtierende Champion, die St. Louis Blues, sowie die Nashville Predators und Winnipeg Jets auf einen Playoff Einzug. Ein ähnliches Problem wie die LA Kings haben die Dallas Stars. Man hat zwar sehr viel Erfahrung vorne, jedoch mit Radulov, Perry, Cogliano oder auch Benn Spieler, die eher ihren Herbst als Spieler erleben, als den Frühling. Der junge Finne Roope Hintz ist in seiner zweiten Saison und spielt befreit auf. Er hat ein sehr starkes Auge für den Raum und spielt sehr intelligent und ist oft in den richtigen Positionen. Die Minnesota Wild bräuchten einen mehr als überragenden Devan Dubnyk, um wieder in die Spur zu kommen. Führungsspieler wie Eric Staal, Matt Dumba, Jared Spurgeon oder Zach Parise sind alle unter den Top 10, jedoch bei der +/- Statistik am negativen Ende. Nach den bisher gezeigten Leistungen scheint ein Turnaround beinahe unmöglich.

 

 

 

 

 

 

 

 

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