NHL-Ausblick 2025: Floridas Rivalität und der kritische Blick in die Zukunft

Die Eishockey-Welt blickt gespannt auf Florida, wo eine der intensivsten Rivalitäten der NHL weiter brodelt. Die Tampa Bay Lightning, einst das Maß aller Dinge, müssen mit ansehen, wie der Glanz des Erfolgs nun über ihren Rivalen, den Florida Panthers, scheint.

Rivalität in Florida: Tampa Bay blickt auf die Panthers

Für die Tampa Bay Lightning beginnt die Saison erneut mit einem sehnsüchtigen Blick Richtung Osten, auf die Florida Panthers. Es ist der Blick auf das, was sie einst waren, und das Ziel, das sie wieder erreichen wollen. „Tatsache ist, wir sind die beiden Teams, die in den letzten sechs Jahren im Stanley-Cup-Finale standen“, erklärte Lightning-Coach Jon Cooper gegenüber NHL.com. Die Machtverhältnisse haben sich jedoch verschoben. Die Panthers haben nicht nur die letzten beiden Stanley Cups gewonnen, sondern auf dem Weg dorthin auch zweimal in Folge Tampa Bay in der ersten Playoff-Runde eliminiert. Die Krone im „Sunshine State“ sitzt fest auf dem Haupt der Panthers.

Doch während die Panthers die Gegenwart dominieren, wirft ein Blick auf die Zukunft Fragen auf. Der Preis für den kurzfristigen Erfolg ist oft eine ausgedünnte Nachwuchsabteilung, wie die aktuellen NHL Pipeline Rankings für 2025 zeigen.

Panthers-Pipeline auf Rang 29: Dünne Personaldecke

Trotz des aktuellen Erfolgs rangiert das Nachwuchssystem der Florida Panthers nur auf dem 29. Platz in der NHL. Nach den Abgängen vieler Talente für sofortige Verstärkungen ist die Liste an hochkarätigen Prospects kurz.

  • 1. Mackie Samoskevich (Rechter Flügel) Der Erstrunden-Pick aus dem Jahr 2021 ist das unbestrittene Juwel im System der Panthers. Samoskevich hat sich in dieser Saison als fixer NHL-Spieler etabliert und zeigte dabei beeindruckende Phasen. Er ist ein schneller, technisch versierter Flügelstürmer mit einem exzellenten Schuss, der ihn aus jeder Distanz gefährlich macht. Obwohl er seinen Einsatz über die Jahre verbessert hat, neigt er dazu, sich zu oft an der Außenseite der Angriffszone aufzuhalten. Seine Projektion ist klar die eines Scorer-Flügels für die zweite oder dritte Sturmreihe.

  • 2. Linus Eriksson (Center) Der Schwede, 2024 gedraftet, ist kein Spieler, der durch spektakuläre Offensivaktionen auffällt. Trainer schätzen ihn jedoch für seine Zuverlässigkeit und seinen unermüdlichen Einsatz. Eriksson ist ein klassisches „Arbeitstier“, das ein solides Zwei-Wege-Spiel liefert. Er ist ein guter Eisläufer und Puckverteiler, der hart spielt und das Potenzial hat, sich als Center für die vierte Linie in der NHL zu etablieren.

  • 3. Simon Zether (Center) Mit seiner beeindruckenden Größe von 1,90 m zeigte Zether bereits gute Leistungen gegen Erwachsene in der schwedischen Allsvenskan. Er kann sich dank seiner Technik und seines Körperspiels auch ohne überragende Geschwindigkeit durchsetzen. Sein größtes Manko sind jedoch seine läuferischen Defizite. Unter Scouts wird heiß diskutiert, ob seine Spielintelligenz und sein Offensivpotenzial ausreichen, um diese Schwäche zu kompensieren. Auch bei ihm scheint eine Rolle als Viertlinien-Stürmer am realistischsten.

Weitere Talente mit Potenzial

Spieler wie Gracyn Sawchyn, ein technisch hochbegabter Stürmer mit durchschnittlichem Kampfgeist, und Jack Devine, ein äußerst intelligenter Spielmacher mit Schwächen im Eislaufen, haben ebenfalls Chancen auf eine NHL-Karriere, müssen aber noch entscheidende Entwicklungsschritte machen.

Noch düsterer die Aussicht in Edmonton

Wenn man denkt, die Lage in Florida sei besorgniserregend, zeigt ein Blick nach Edmonton, dass es noch schlimmer geht. Die Oilers belegen mit ihrer Pipeline den 31. Platz und haben nach ihren Top-Talenten kaum noch etwas in der Hinterhand.

  • 1. Matthew Savoie (Center) Der ehemalige Neuntplatzierte im Draft von 2022 war in seinem ersten Profijahr einer der Topspieler für das Farmteam in Bakersfield. Savoie ist ein herausragender Eisläufer mit hoher technischer Begabung, der auch bei hohem Tempo schwierige Spielzüge kreieren kann. Er ist sowohl als Spielmacher als auch als Vollstrecker stark. Trotz seiner geringen Körpergröße scheut er den Verkehr vor dem Tor nicht und zeigt großen Einsatz. Ihm fehlt vielleicht das „Besondere“, um ein absoluter Superstar zu werden, aber sein Talent und seine Arbeitsmoral prädestinieren ihn für eine Rolle als Flügelstürmer in den Top-Sturmreihen der Oilers.

Nach Savoie und dem ebenfalls talentierten Isaac Howard wird die Luft im Nachwuchssystem der Oilers jedoch extrem dünn. Dies zeigt deutlich die Strategie des Klubs, alles auf den sofortigen Erfolg mit den Superstars Connor McDavid und Leon Draisaitl zu setzen – ein riskantes Spiel, das die Zukunft des Vereins stark belasten könnte.

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