Wir baten VSV-Neuzugang Martin Ulmer zum Interview

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Villach. Martin Ulmer, der die letzten 8 Saisonen in der Schweiz seine Brötchen verdient hat, ist zurück in der EBEL. Redakteur Patrick A. sprach  mit dem gebürtigen Dornbirner über seine Zeit in der Schweiz, seinen Transfer zum VSV und warum es letztendlich nicht Dornbirn geworden ist.

 

Martin Ulmer, geboren am 26. April 1988 in Dornbirn (AUT)

Position:  Stürmer (Right Wing)

Größe/Gewicht: 174cm / 78kg

Spitzname: Kolbe (danke Martin Mairitsch)

Hobby(s): Fussball, Tennis

 

 

Du kehrst der Schweiz nach 8 Jahren den Rücken – was waren die Beweggründe dafür?

Ich war jetzt lange in der Schweiz und je länger ich dort war, desto mehr zog es mich in die Heimat. Meine ältere Tochter kam diesen September in die Schule und wir haben ein Haus ausserhalb von Salzburg gebaut. Meine Freundin und ich haben beschlossen, dass sie in Lengau zur Schule geht und nicht ständig wechseln sollte.

Deine schönsten Erinnerungen an deine Zeit in der Schweiz?

Das waren natürlich meine Jahre in Biel in der NLA, es war immer schon mein Ziel einmal in der höchsten Schweizer Spielklasse zu spielen – das Niveau, vor allem im läuferischen Bereich, ist unglaublich und die NLA ist nicht umsonst eine der besten Ligen der Welt. Auch, dass wir damals nicht abgestiegen sind, bleibt positiv in Erinnerung. Das war ein großer Kampf, lustigerweise konnten Raphael Herburger (RBS), Dragan Umicevic (BWL) und ich entscheidend dazu beitragen, dass wir nicht abgestiegen sind. Mein größter Erfolg war trotzdem die Qualifikation für Olympia mit Team Österreich.

Gab es aus der EBEL mehrere Angebote? War eine Rückkehr in deine Heimatstadt Dornbirn kein Thema?

Ja, die gab es. Letztendlich hat sich Villach aber am meisten bemüht und das Management hat einen guten Job gemacht und es mir schmackhaft gemacht nach Villach zu kommen. Dornbirn hat sich nie bei mir gemeldet. Das hätte meinen Eltern und Freunden am meisten gefallen – die hätten sich alle eine Saisonkarte gekauft.

Mit welchen Argumenten konnten sich die Verantwortlichen des VSV überzeugen?

Sie boten mir die beste Perspektive und haben mich für eine Position in den ersten Reihen vorgesehen. Sie waren überzeugt, dass ich diese Rolle ausfüllen kann, und haben sich wie bereits gesagt extrem bemüht. Auch der Trainer hat sich bei mir gemeldet – wir haben über eine Stunde telefoniert und er hatte sich auch Spiele von mir aus der letzten Saison angesehen, mir gesagt was ihm gefällt und wo ich mich verbessern kann. Seine Philosophie vom Eishockey mit viel Eislaufen, viel Puckbesitz und Kreativität hat mir sofort zugesagt. Da war es dann relativ einfach mich für Villach zu entscheiden.

Wie bist du beim VSV aufgenommen worden?

Ich bin extrem gut aufgenommen worden in der Mannschaft. Wir sind eine richtig lässige Truppe und es macht jeden Tag Spaß in die Kabine zu kommen.

Wie verlief für dich die Vorbereitung und die ersten Einsätze in der noch jungen Meisterschaft?

Die Vorbereitung lief ganz gut, wir haben nur ein Spiel verloren – dafür ordentlich mit 0:8. Normal brauche ich immer ein bisschen Zeit, aber der Trainer hat mir von Anfang an viel Vertrauen geschenkt. Die Saison ist noch jung, bislang lief es sehr gut. Persönlich müsste ich noch ein wenig produktiver werden, vor allem im Powerplay, und weiter hart arbeiten wie bisher.

Du bist gleich zum Assistant Captain gewählt worden – ist das eine große Ehre für dich?

Natürlich ist das immer eine Ehre wenn man ins Captain-Team aufgenommen wird und es zeigt von einer gewissen Wertschätzung vom Trainer. Oftmals wurde ich für so eine Funktion nicht in Betracht gezogen, weil ich gern ein Spaßvogel bin. Aber unser Trainer will, dass jeder so ist wie er ist und sich keiner in der Kabine auch nur irgendwie verstellen muss.

In welcher Rolle siehst du dich beim VSV?

Ich glaube ich bringe viel Erfahrung mit und will den jungen Spielern helfen. Sportlich gesehen habe ich meine Stärken im läuferischen und technischen Bereich. Meine Rolle ist sicher das kreieren von Chancen im 5:5 und im Powerplay.

Nach den ersten Spielen steht der VSV, obwohl noch nie komplett angetreten, sehr gut da. Wird man euch heuer wieder in den Playoffs sehen und wie weit wird die Reise für euch dann in den Playoffs gehen?

Natürlich sind die Playoffs das große Ziel. Die Jahre zuvor lief es für den VSV ja nicht besonders gut, deshalb denke ich hat es diesen Umbruch gebraucht. Im Playoff ist dann alles möglich, genau das ist das Schöne am Eishockey.

Eine letzte Frage abseits des Eises. Welche Unterschiede fallen dir bezüglich des Alltags zwischen der Schweiz und Österreich ein?

Die Schweizer sind wie ein Uhrwerk, da passt immer alles ganz genau und alle sind pünktlich. Wir in Österreich punkten mit unserer Offenheit, Gastfreundschaft und mit der lockeren Art. Die Schweiz ist ein unglaubliches Land und es ist meine zweite Heimat geworden, aber ich bin Österreicher und hier fühl ich mich daheim.

 

 

Foto: VSV/Pressroom

 

 

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