Manuel Ganahl spricht über seinen Finnland-Aufenthalt sowie über die Rückkehr zum KAC

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Klagenfurt. RH-Redakteur Patrick A. bat Manuel Ganahl vors Mikrofon. Der Stürmer vom EC KAC stand Rede und Antwort über sein Abenteuer in Finnland, den Ligaunterschied der Liiga zur EBEL, Coach Petri Matikainen und ob die Klagenfurter heuer wieder den Pokal in die Höhe stemmen werden.

 

Manuel Ganahl, geboren am 12.Juli 1990 in Bludenz

Position: Stürmer

Größe/Gewicht:  183cm/ 83kg

 

Du bist nun wieder zurück in Österreich – wie war für dich das Abenteuer Finnland und was hast du dort gelernt?

Es war sehr spannend und auf jeden Fall eine tolle Erfahrung für mich. Es ist eine ganz andere Welt in Finnland gewesen – sei es das Leben oder Eishockey, es waren viele viele neue Sachen die ich erleben hab dürfen. Das finnische Eishockey ist hervorragend, extrem schnell. Die Eisflächen sind etwas kleiner, deshalb ist das Spiel noch intensiver und es war richtig cool und spannend sich da reinzuarbeiten. Es war eine große Herausforderung für mich und es hat eine Zeit lang gedauert bis ich mich wohl gefühlt habe, dort richtig angekommen bin, aber ab einem gewissen Zeitpunkt habe ich meine Rolle dort gefunden und sehr gut darin gespielt.

Welche Rolle hattest du bei deinen beiden Arbeitgebern (Lahti Pelicans und Rauman Lukko) in Finnland?

Es war nicht ganz leicht für mich, ich war es von den Jahren davor gewöhnt, dass ich eine offensive Rolle habe und auch von den Eiszeiten her in den ersten 2 Linien spielte, aber oben in Finnland war ich eher ein Dritt-Viertlinienspieler, auch nach dem Wechsel zu Lukko habe ich nicht wirklich die Chance bekommen in den ersten beiden Linien Fuß zu fassen, da die besten 6 Stürmer zu dieser Zeit super performt haben. Wir haben aber nach meinem Wechsel dann sehr gut gespielt und sind vom 12. Platz bis auf den 3. Platz vorgestoßen. Das Kollektiv hat gut gepasst, ich hatte meine Rolle und diese gut erfüllt und dadurch meinen Teil dazu beitragen können, dass wir ganz gut Eishockey gespielt haben.

Warum hat es deiner Meinung nach nicht für den großen Durchbruch gereicht?

Es war einfach eine riesengroße Umstellung. Die beiden Eishockeystile miteinander zu vergleichen, ist ganz schwierig. Es war etwas ganz Anderes, das Tempo und die Intensität waren sehr hoch. Ich hab eine Anlaufphase gebraucht, um richtig reinzukommen, aber es war von Trainerseite von Anfang an nie das große Vertrauen da, mir etwas Zeit zu geben, mich in manchen Situationen zu pushen und mir zu helfen. Das hat mir dann im Endeffekt gefehlt um den großen Durchbruch zu schaffen.

Was kannst du uns zum Ligavergleich EBEL – Liiga sagen?

Ich glaub der größte Unterschied ist das Tempo. Es ist in Finnland alles noch einen Schritt schneller und intensiver. Ganz sicher ist, dass das finnische Eishockey sehr geprägt vom defensiven Verhalten ist und ziemlich alle Teams spielen ähnliche Systeme, in denen Defense-First zählt. In Finnland sind alles sehr knappe Spiele, die meisten Ergebnisse belaufen sich auf 2:1 oder 3:2. Es wird hervorragend verteidigt, der Fokus liegt auf Defensive und so gut wie jede Chance, die du dann hergibst, wird in ein Tor umgemünzt.

Gab es für dich weitere Optionen um im Ausland zu bleiben?

Ich bin sehr zögernd gewesen, wollte den ganzen Markt abwarten und schauen was sich ergibt und welche Optionen sich auftun, aber im Endeffekt hat nichts gepasst. Die Option zu Klagenfurt zurück zu kehren, war sicher die beste und die absolut richtige Entscheidung.

Du hast in Graz schon von Coach Matikainen geschwärmt – was kannst du uns zu ihm als Trainer sagen und was gefällt dir an ihm als Trainer besonders?

Er war zu Graz-Zeiten einer der wichtigsten Trainer in meiner Entwicklung, er hat mich auf ein höheres Level gebracht. Seine Art und Weise hat sich bis heute nicht geändert. Was ihn absolut auszeichnet, sind die Energie und die Emotionen die er mitbringt. Er will jeden Spieler auf ein anderes Level heben und macht das eben sehr emotional und ist da voll dahinter. Natürlich auf eine gewisse finnische Art, die ich persönlich echt super finde und die jedem Spieler weiterhelfen kann, wenn er sich helfen lassen will. Er schafft es immer wieder mit seinen Ansprachen die Mannschaft mitzureißen, richtige Emotionen reinzubringen und das Team weiterzubringen, wie er letztes Jahr eindrucksvoll bewiesen hat.

Welche Rolle hast du nun beim KAC?

Mit der Rückkehr bin ich eigentlich dort eingestiegen wo ich damals aufgehört habe. Ich habe von Trainerseite von Anfang an viel Vertrauen bekommen, es ist das erste Mal für mich, dass ich auch in der Position des Assistant- Captain noch mehr Verantwortung bekomme und übernehmen darf. Es wird mir an allen Ecken und Enden geholfen, wieder zu alter Stärke zurückzufinden und ein wichtiger Teil der Mannschaft zu sein. Jetzt liegt es an mir das Vertrauen zurückzuzahlen.

Wird der KAC den Titel erfolgreich verteidigen – wenn ja, warum?

Schwer zu sagen. Wir arbeiten auf jeden Fall auf das Ziel hin, das wir am Ende der Saison ganz oben stehen. Das ist jedes Jahr das Ziel von uns. Wir haben hohe Ziele und der Weg ist ganz klar, wichtig  ist nur, uns auf die Art und Weise zu fokussieren, wie wir spielen und das System zu verinnerlichen und so weiter arbeiten wie letztes Jahr. Dann kommt der Erfolg auch von selbst.

 

 

Foto: Pressroom/KAC

 

 

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