NHL im Fokus

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Fast 3 Monate ist es mittlerweile her, der überraschende Triumph der St. Louis Blues in Spiel 7 in Boston. Die Truppe rund um Kapitän Alex Pietrangelo und Conn Smyth Trophy (wertvollster Spieler bzw. MVP der Playoffs) Gewinner Ryan O`Reilly hat historisches vollbracht. Es ist der erste Stanley Cup für die 1967 gegründete Franchise aus Missouri. Und
der war lange nicht abzusehen. Noch am 01. Januar, wo schon knapp die Hälfte der Regular Season vorbei war, war man auf dem letzten Platz in der kompletten Liga. Doch durch einen Trainerwechsel im November zu Craig Berube und einem gut aufspielenden Rookie Torhüter Binnington, gelang die Wende und schlussendlich auch der Triumph.
 
Nach dem Ende der Saison, ist jedoch auch vor der Saison und so wirft die Saison 2019/2020 ihren Schatten voraus. Die wichtigsten Tage für die Fans der „off-season“ sind vorbei, der NHL Draft fand am 21. Juni und 22. Juni in Vancouver statt. Und natürlich der erste Tag der „Free Agency“ am 01. Juli, wo sämtliche vertragsfreie Spieler neu unter Vertrag genommen werden können. Beim Draft waren heuer die New Jersey Devils, die New York Rangers und die Chicago Blackhawks die glücklichen Teams, die auf den Positionen 1-3 ihre Spieler auswählen durften. Wenig überraschend ging es für Jack Hughes auf Platz 1 zu den Devils, während der Finne Kappo Kakko von den Rangers gewählt wurde. Große Überraschung war dann für viele der Deutsche Moritz Seider, welcher an #6 von Detroit gepickt wurde. Der 18-jährige, welcher in der Saison 2018/2019 mit den Adler Mannheim Deutscher Meister wurde und auch schon bei der WM für das Nationalteam im Einsatz war, ist damit in eine elitäre Gruppe aufgenommen worden. Bisher wurden aus Deutschland nur Dany Heatley, Leon Draisaitl,
Olaf Kölzig, Marcel Goc, Marco Sturm und Dominik Bokk in Runde 1 gedraftet. Damit ist er auch der erste Verteidiger aus Deutschland, dem diese Ehre zuteil wurde.
Auffällig beim diesjährigen Draft waren vor allem die vielen US Amerikaner, die aus dem US Development Programm gedraftet wurden. 7 der ersten 15 gedrafteten Spieler sind US Amerikaner aus diesem Jugendprogramm.
 
Bei der Free Agency gab es einige namhafte Akteure, die heuer einem neuen Team beitreten. Schwierig die Situation hier für die Columbus Blue Jackets, welche letzte Saison „all in“ gegangen sind und sich Panarin, Duchene und Dzingel im letzten Vertragsjahr gesichert haben. Diese sind, ebenso wie Stammkeeper Bobrovsky, alle zu neuen Vereinen übersiedelt. Den teuersten Vertrag hat sich dabei der Russe Artemi Panarin gesichert, er
geht für 7 Jahre und durchschnittlich über 11 Mio. Jahresgehalt zu den New York Rangers. Sergei Bobrovsky wechselt für durchschnittlich 10 Mio. Jahresgehalt in den Süden zu den Florida Panthers und ersetzt dort den zurückgetretenen Roberto Luongo. Matt Duchene hat es in die Western Conference zu den Nashville Predators gezogen, er erhält ebenfalls einen Vertrag über 7 Jahre, mit 8 Mio. Jahresgehalt.
 
Der mittlerweile langjährige Favorit Tampa Bay hat ebenfalls am Free Agent Markt zugeschlagen. Keine besonders namhaften Transfers, aber mit Luke Witkowski, Luke Schenn und dem amtierenden Stanley Cup Sieger Patrick Maroon zeigt man deutlich, in welche Richtung es gehen soll. Man will mehr körperliche Präsenz, Spieler, die Checks zu Ende fahren, den Gegner unter die Haut gehen und auch ungemütlich werden können. Ein
wichtiger Bestandteil, wie man bei den St. Louis Blues gesehen hat. Mit Steven Stamkos, Tyler Johnson und vor allem Nikita Kucherov ist jedoch auch diese Saison sehr attraktives Offensivhockey garantiert. Die Zukunft von Brayden Point (letzte Saison mit 92 Punkten und +27 einer der besten Spieler der Liga) ist hingegen noch offen, der Vertrag ist noch nicht
unterschrieben.
 
Selbiges Problem hat aktuell auch der Division Rivale Toronto mit Starflügel Mitch Marner. Der 22-jährige war mit 94 Punkten der produktivste Scorer der Maple Leafs, noch vor den prominenten Centern wie Auston Matthews und John Tavares. Toronto ist jedoch beim Cap Space (ein Maximalbetrag, der für Spielergehälter pro Saison ausgegeben werden darf), am
Limit. John Tavares und Auston Matthews verdienen schon über 22 Millionen zusammen.
 
Insgesamt darf ein Team 81.5 Millionen ausgeben für ca. 23 Spieler. Und ein Mitch Marner wird wohl auch einen ähnlichen Betrag fordern, wie ihn auch ein Artemi Panarin oder Auston Matthews (ca. 11 Mio. pro Jahr) bekommen. Hier arbeitet man noch an einer Lösung.

 

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