NHL: Das war Runde 1 der Stanley Cup Playoffs – Western Conference

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Mit den gestrigen Siegen von Washington und Ottawa ist die erste Runde der NHL-Playoffs Geschichte. Wir schauen noch einmal auf die acht Serien zurück.

 

Western Conference:

Chicago Blackhwaks (#1) vs. Nashville Predators (2. Wildcard) 0:4

Ergebnisse: 0:1, 0:5, 2:3 OT, 1:4

Sieger: Nashville Predators

Nächster Gegner: St. Louis Blues

Wie schon in den letzten Jahren galt auch heuer Chicago zu den engsten Titelfavoriten der Liga. Diesem Ruf wurden sie in der Regular Season gerecht und beendeten diese als Sieger der Western Conference und Gesamtdritter. Dadurch erhielt man mit den Nashville Predators ein vermeintlich einfaches Los, qualifizierten die sich doch nur über die 2. Wildcard für die Playoffs qualifiziert.

Doch kam es nicht so, wie es sich die Blackhawks vorgestellt. Ausschlaggebend für das desaströse Abschneiden der Truppe rund um Jonathan Toews war vor allem Nashville-Torhüter Pekka Rinne. Der Finne ließ nicht nur in den ersten beiden Spielen kein Tor zu, durch seine zwei Assists hatte er auch mehr Punkte am Konto als die gesamte Mannschaft der Blackhawks. Insgesamt ließ er nur 3 von 126 Schüssen in sein Tor.

Darüber hinaus konnte die Verteidigung von Chicago einfach nicht mit Nashvilles Top-Reihe Arvidsson-Forsberg-Johansen umgehen, die alleine fünf Tore und zehn Assists verbuchen konnte.

Für Chicago endet damit die Saison wesentlich früher als geplant, für Nashville geht es in Runde 2 gegen das zweite Überraschungsteam – die St. Louis Blues.

Minnesota Wild (#2) vs. St. Louis Blues (#5) 1:4

Ergebnisse: 1:2 OT, 1:2, 1:3, 2:0, 3:4 OT

Sieger: St. Louis Blues

Nächster Gegner: Nashville Predators

Für die Wild war es die Saison. Nur drei Punkte hinter Chicago konnte man sich in der Regular Season den zweiten Platz in der Conference und den fünften in der Gesamttabelle sichern. Die Wild beendeten den Grunddurchgang der NHL mit neuen Franchise-Rekorden in meisten Siegen, meisten Punkten und zweitwenigsten Siegen in ihrer siebzehnjährigen NHL-Geschichte.

Mit den St. Louis Blues hatten sie zwar den Drittplatzierten aus ihrer eigenen Division als Gegner, die Mannschaft aus Missouri war aber in der Conference nur Fünfter und lag sieben Punkte hinter Minnesota. Alles in allem war die Mannschaft von Trainer Bruce Boudreau Favorit in dieser Serie und der „State of Hockey“ sehnte sich nach seinem ersten Finaleinzug.

Der Euphorie der Fans wurde jedoch bald der gar ausgemacht. Grund dafür war vor allem ein Mann: St. Louis Torhüter Jake Allen. Er konnte 174 der 182 Schüsse auf sein Tor halten, alleine 51 davon beim 2:1-Overtime-Sieg in Spiel 1. Die Wild-Offensive, die in der Regular Season immerhin 263 Tore erzielte, fand keinen Weg an Allen vorbei.

Somit müssen die Fans in Minnesota weiterhin auf ihr erstes Stanley Cup-Finale warten, während die Blues in Runde 2 auf Überraschungsteam Nashville treffen.

Anaheim Ducks (#3) vs. Calgary Flames (1. Wildcard) 4:0

Ergebnisse: 3:2, 3:2, 5:4 OT, 3:1

Sieger: Anaheim Ducks

Nächster Gegner: Edmonton Oilers

Ein ungleiches Duell war die Serie zwischen Pacific Division Gewinner Anaheim und Gesamtfünfzehnten Calgary. Zwar konnte die junge Truppe rund um Star Johnny Gaudreau die Matches durchaus spannend gestalten, doch war die Klasse von Anaheim einfach eine Spur zu groß.

Ein Hauptgrund für das sang und klanglose Ausscheiden der Flames war der fehlende Rückhalt durch Torhüter Brian Elliott. Konnte er nach dem All-Star Break noch brillieren, so ließ er in den Playoffs stark nach. Fünf Tore bei nur siebenundzwanzig Schüssen in Spiel 3 sind zu viel, um in den Playoffs zu bestehen. Dass er in Spiel 4 nach nur 5:38 und einem zugelassenen Tor nach drei Schüssen ausgetauscht wurde, erzählt den Rest.

Darüber hinaus konnten die Flames zwar sechs Tore in sechzehn Überzahlspielen erzielen, trafen aber nur zwei Mal bei Fünf gegen Fünf. Ein Fakt, der auch dem Verschwinden der Scoring-Qualitäten von Johnny Gaudreau zugeschrieben werden können. Hatte er noch 61 Punkte aus der Regular Season, so konnte er nur zwei Punkte in den Playoffs verzeichnen.

Auf der anderen Seite konnte Anaheim von Torhüter John Gibson und den erfahrenen Spielern im Kader profitieren. Diese müssen nun auch beweisen, dass sie auch gegen gefährlichere Gegner produzieren können, wenn es in Runde 2 gegen Connor McDavid und seine Edmonton Oilers geht.

Edmonton Oilers (#4) vs. San Jose Sharks (#6) 4:2

Ergebnisse: 2:3 OT, 2:0, 1:0, 0:7, 4:3 OT, 3:1

Sieger: Edmonton Oilers

Nächster Gegner: Anaheim Ducks

Die San Jose Sharks waren die Überraschung der Saison 2015/16. Als Dritter in der Division und Sechster in der Conference startete man gegen Erzrivalen Los Angeles als Außenseiter in die Playoffs. Doch stand man bald darauf mit einem 4:1-Seriengewinn in Runde 2 der Playoffs. Über Nashville (4:3) und St. Louis (4:2) landete man zum ersten Mal in der Geschichte im Finale, wo es allerdings gegen Pittsburgh nicht für den Titel reichte.

Dieses Jahr erwartete man viel von den Sharks. Doch mit Edmonton zog man einen schwierigen Gegner. Letztes Jahr noch Vorletzter in der Gesamttabelle, landete das Team rund um Connor McDavid nur zwei Punkte hinter Division-Champion Anaheim.

Alles war angerichtet für eine spannende Serie, wären da nicht die Verletzungen der Sharks gewesen. San Joses beste Center, Joe Thornton und Logan Couture, hatten sich am Ende der Regular Season verletzt. Zwar spielten sie vier bzw. sechs Spiele in der Serie, doch waren die Verletzungen spürbar. Darüber hinaus konnten die besten Stürmer der Sharks kaum bis gar keine Tore schießen, Star-Verteidiger Brent Bruns, der eine wichtige Rolle in der offensiven Produktion spielt, wurde von den Oilers perfekt ausgeschalten und das Powerplay der Haie war wie schon in der Regular Season absolut ineffektiv.

Die Oilers hatten mit Cam Talbot einen tollen Rückhalt. Mit Ausnahme der 0:7 Pleite aus Spiel 4 war er exzellent, erzielte zwei Shutouts und ließ in den anderen drei Partien nur sieben Tore zu. Die Courage des Teams, eine 7:0-Niederlage zu verkraften und sofort mit zwei darauffolgenden Siegen die Serie zu beenden, sucht ihresgleichen.

Die Oilers werden aus dieser Serie viel Selbstvertrauen mitnehmen, welches sie auch brauchen werden, da mit den Ducks ein weiterer harter kalifornischer brocken auf sie wartet.

 

ring-hockey.at / NHL.com

 

 

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