(Bild: fodo.at/Dostal)

EBEL: Caps gelingt mit Lamoureux-Shutout Revanche im Ostderby

vs

Zusammenfassung

Der Tabellenführer aus Wien kann sich im Ost-Derby mit 3:0 durchsetzen und somit die Führung auf Verfolger Graz halten.
Nachdem die Wiener das erste Derby in Znaim mit 5:2 für sich entscheiden konnten, unterlag der Tabellenführer im ersten Heimspiel klar mit 3:9.
Der HC Orli Znojmo musste auch diesmal auf Head Coach Miroslav Frycer aufgrund seiner vom DOPS ausgesprochenen Strafe verzichten.
Bei den Capitals feierte der Ex-Zagreber Sondre Olsen sein Debut. Der Norweger war kurz nach Weihnachten zu den Hauptstädtern gewechselt und kam nun zu seinem ersten Einsatz in einer Linie mit Chris DeSousa und Peter Schneider. Wie RH berichtete, musste für ihn Philippe Lakos abgemeldet werden, Dominic Hackl fehlte ebenfalls weiterhin aufgrund seiner Verletzung. Darüber hinaus fiel auch Julian Grosslercher wegen der Verpflichtung von Olden aus dem Kader.
Ein Stimungsschmankerl hatte sich die Entertainment-Abteilung der Wiener im Zuge der Vorbereitung auf dieses Match überlegt. Ganz nach dem so genannten „Vikings Clap“ vor allem durch die Fans der isländischen Nationalmannschaft bei der EM bekannt wurde, versuchte man, die Fans mit dem „Caps Clap“ mit mäßigem Erfolg zu animieren.

1. Drittel:
Die Hausherren starteten gewohnt offensiv in die Partie. Zunächst konnte sich Rotter von der Ecke bis vor das Tor kämpfen, kurz darauf setzte Tessier im Breakaway den Schuss über die Latte.

Die Gäste konnten sich in den ersten fünf Minuten meist nur mit Befreiungsschlägen aus der eigenen Zone bewegen. JP Lamoureux im Tor der Gastgeber hatte kaum und wenn meistens nur aufgrund von Fehlern seiner Mitspieler zu tun.
Wenig später fassten die Gäste die erste Strafe. Das Powerplay der Wiener begann jedoch erst sehr spät zu greifen und so kamen die Caps erst bei Ablaufen der Zeit in Überzahl zu ihrer größten Chancen, Rotter konnte jedoch trotz des weit offenen Tores nach eines Rebounds mit der Backhand nur das Außennetz treffen.
Die nächste große Chance verzeichnete Taylor Vause. Der Assistant Captain des Tabellenführers wurde mustergültig aus der Defensive eingesetzt und konnte die Tschechen somit kalt erwischen. Seinen Schuss konnte Goalie Lassila jedoch halten.
Kurz darauf waren von den Fans der Wiener West-Tribüne erstmals „Philippe Lakos“-Rufe zu hören. Im Anschluss daran scheiterten die Caps erneut zwei Mal an Lassila, der in den ersten zehn Minuten bereits viel zu tun bekommen hatte.
So auch nur eine halbe Minute später, als der Finne ein zweites Mal nachgreifen musste, ehe er die Scheibe sichern konnte.
Wenig später war auch Sondre Olden erstmals an einer gefährlichen Chance beteiligt. Nachdem Sturmpartner Schneider die Scheibe an der Bande erkämpft hatte, standen DeSousa und Olden aufgrund der weit aufgerückten Znaimer nur mehr einem Gegenspieler gegenüber. Der Schuss des Norwegers war jedoch nicht gefährlich genug und so war es für Lassila eine leichte Aufgabe.
Nun kamen auch die Tschechen zu ihrer größten Chance. Kalus hatte den freien Raum im Slot vor Lamoureux gefunden wurde mustergültig angespielt. Den Schuss des Stürmers konnte der Goalie der Caps jedoch halten.
Im Gegenzug kamen die Wiener erneut zu einer gefährlichen Möglichkeit. Über Wukovits und Tessier kam die Scheibe zu Holzapfel, der jedoch im letzten Moment entscheidend gestört wurde.
Die Znaimer kamen nur selten zu Kontern, die noch seltener in einem gefährlichen Torabschluss endeten. Doch trotz der Übermacht, die sich die Gastgeber aufgebaut hatten, stand es auch zwei Minuten vor der ersten Pause noch 0:0.
Und das, obwohl Romig nach einem Pass von Vause, der das neuerliche Breakaway perfekt ausspielte, nur noch in das leere Tor treffen hätte müssen.
Auch eine tolle Einzelaktion von DeSousa, der sich durch die gesamte Abwehr der Gäste durchtanken konnte, endete bei Lassila.
Auch Lamoureux zeigte neun Sekunden vor der Pausensirene nach einem verdeckten Schuss, dass er hellwach war und so endeten die ersten zwanzig Minuten überraschend torlos.

2. Drittel:
Auch im zweiten Durchgang kamen die Caps zur ersten Chance. Romig kann Fischer’s scharfen Pass jedoch nur in das Fangnetz abfälschen.

Eine Minute später blieb Patrick Peter nach einem missglückten Angriff der Gäste zunächst am Eis liegen, konnte sich jedoch von selbst wiederaufrichten und zur Bande fahren.
Wenig später fassten die Gäste erneut eine Strafe aus, diesmal aufgrund zu vieler Spieler am Eis. Kurz nach Beginn des Powerplays hatten Rotter die Chance auf den ersten Treffer, doch wieder war Lassila zur Stelle.
Fünfunddreißig Sekunden waren im Überzahlspiel noch zu absolvieren, als ein weiterer Znaimer auf die Strafbank musste, da er zu lange auf dem Puck gelegen war.
Die doppelte Überzahl konnten die Wiener jedoch nicht nutzen, Nödl vergab die beste Chance per Onetimer aus dem Slot. Kurz nach Ablaufen der ersten Strafe knallte Mullen die Scheibe an die Stange.
Auch nach Ende der zweiten Strafzeit gaben die Caps weiter den Ton an und hämmerten Schuss um Schuss auf Lassila ein. Der Torhüter der Gäste blieb jedoch weiterhin makellos und hielt somit die Adler im Spiel.
Doch die Gastgeber machten sich das Leben auch selbst schwer. Immer wieder ließen sie große Chancen liegen, wie Holzapfel, der im Breakaway nach einem wunderschönen Pass von Tessier die Scheibe nur am Tor vorbeischoss.
Deshalb mussten die Wiener auch immer wieder zittern, wenn die Gäste zu ihren seltenen Chancen kommen. So auch bei jener Aktion, in der Kalus trotz weit offenem Tor und einem schon geschlagenen JP Lamoureux die Scheibe deutlich über das Tor hämmerte.
Kurz darauf verzeichneten die Gastgeber erneut eine große Chance. Nach einem tollen Zusammenspiel konnte Holzapfel nur Lassila treffen. Wenige Sekunden später musste der MVP aus der Meistersaison des Tabellenführers erstmals auf die Strafbank.
Das Penalty Killing der Hausherren war jedoch deutlich besser als ihr Powerplay und so konnte sich Tessier nach aggressivem Forechecking kurzfristig die Scheibe erobern.
Nachdem die Tschechen wenige Sekunden vor Ablaufen der Strafe ihre größte Chancen vergaben, machte es Chris DeSousa wiederum wenige Sekunden nach Ende des Powerplays besser. Der wieder im Spiel befindliche Holzapfel tropfte die Scheibe auf seinen Landsmann ab, der das Spielgerät aus dem äußeren Slot heraus mustergültig in das Kreuzeck beförderte.
Knapp drei Minute vor Ende des zweiten Drittels musste erneut ein Adler auf die Strafbank. Doch die Gäste zeigten keine Schockstarre ob des Gegentreffers und konnten trotz zwei, drei guter Chancen der Wiener auch dieses Powerplay ohne Tor überstehen.
In den letzten Sekunden des Durchgangs konnte der Tabellenführer noch einige Chancen verzeichnen, wobei die Gäste sie dabei nicht immer mit lauteren Mitteln stoppten. Deswegen wurden die Tschechen von den Caps-Fans auch mit einem Pfeifkonzert in die Kabine geschickt.

3. Drittel:
Auch zu Beginn des Schlussabschnittes zeigte sich das gleiche Schema. Die Wiener waren überlegen, doch merkte man nun den Znaimern mehr Kampfeswille an, was unmittelbar in einige kleineren Chancen mündete.

Nachdem die Partie im weiteren Verlauf offener wurde und zweitweise etwas vor sich hin dümpelte, konnten die Wiener nach rund sieben Minuten gleich drei größere Chancen verzeichnen. Zunächst verfehlte Holzapfel nach Pass von Olden, dann scheiterte Schneider an Lassila. Wenig später konnte DeSousa die Scheibe nur über das Tor abfälschen.
Das Spiel nahm nun an Fahrt auf und die Gäste kamen vermehrt zu gefährlicheren Chancen. Dies führte jedoch immer wieder zu Breakaways, die letztendlich im 2:0 der Gastgeber resultierten.
Nissner tankte sich an der Bande bis zum Bullykreis vor und setzte dann Mullen im äußeren Slot ein, der per Onetimer Lassila besiegte und sowohl die Hände der 6150 Zuseher als auch die Trinkflasche des finnischen Torhüters in die Luft fliegen ließ.
Die Gäste ließen sich davon jedoch nicht unterkriegen und verstärkten ihre Offensivbemühungen. Doch dadurch kamen die Wiener wiederum vermehrt zu Konterchancen, in der unter anderem Rotter die Scheibe an die Latte zimmerte.
Zweieinhalb Minuten vor Ende der regulären Spielzeit zogen die Gäste die Option auf ein Timeout, um die Schlussoffensive zu besprechen und dabei auch gleich Lassila zugunsten eines sechsten Feldspielers aus dem Tor nahmen.
Dies wurde den Adlern letztendlich jedoch zum Verhängnis. Das Spiel war bereits in der letzten Minute angelangt, als die Wiener die Scheibe hoch aus dem eigenen Drittel spielten. Znaim-Verteidiger Kurckovyc wollte die Scheibe abfangen, verfehlt jedoch und DeSousa musste nur noch den Schläger hinhalten.

Mit dem 3:0-Erfolg gelang den Wiener damit nicht nur die Revanche für die Heimpleite im letzten Aufeinandertreffen, gleichzeitig konnte auch erstmals seit vier Ost-Derbys wieder das Heimteam einen Sieg davontragen.

Tore VIC: DeSousa (36‘), Mullen (53‘), DeSousa (60‘)

für ring-hockey.at (Lukas Hörmandinger)

Details

Datum Zeit Wettbewerb Saison
Dezember 30, 2018 5:30 pm EBEL EBEL 2018/2019

Ergebnisse

Mannschaft1st2nd3rdT
Vienna Capitals0123
HC Znojmo0000
 

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