PSR/Leo Vymlatil Romig / Michalek

EBEL Playoffs: Das erwartet uns bei Wien gegen Salzburg

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Kommenden Freitag starten die vier besten Teams Österreichs in das Halbfinale der diesjährigen Playoffs. Während in Graz die 99ers auf Rekordmeister Klagenfurt treffen, gibt es in Wien eine Neuauflauge des ewigen Duells zwischen den Caps und den Roten Bullen aus Salzburg. RH wirft einen Blick auf die bisherigen Duelle zwischen den beiden erfolgreichsten österreichischen Vereinen der letzten Jahre.

Vienna Capitals Statistiken Red Bull Salzburg
1-3-0-2 Saisonduelle
0-2-1-3
20 Tore 18
208 Schüsse 205
3/24 (12,5%) Powerplay 4/16 (25%)
12/16 (75%) Penalty Killing 21/24 (87,5%)
Lamoureux
4; 141; 10
92,9%; 2,5
Starkbaum
2; 64; 8
87,5%; 4
Torhüter
Spiele; Schüsse; Gegentore

Fangquote; Gegentorschnitt
Michalek
4; 137; 13
90,5%; 3,25
Herzog
2; 71; 7
90,1%; 3,5
DeSousa (4)
Nödl (3)
Schneider (3)
Top-Torschützen Gazley (3)
Raffl (3)
DeSousa (5)
Vause (5)
Wukovits (4)
Top-Assistgeber
Vandevelde (5)
Hughes (4)
Harris (4)
Duncan (4)
DeSousa (9)
Schneider (6)
Vause (6)
Top-Scorer
Raffl (6)
Hughes (6)
Vandevelde (6)

Klar ist, dass dies wohl eine der engsten Serien zwischen diesen beiden Teams werden wird. Sieht man sich alle Aufeinandertreffen der beiden Teams an, fällt etwas sofort auf: fünf der sechs Partien wurden erst im Shootout entschieden. Die Wiener behielten dabei drei Mal die Oberhand, zusätzlich gewannen die Caps auch das erste Duell mit 4:2.
Dass sich beide Teams auf Augenhöhe begegnen, zeigt auch ein Blick auf die abgegebenen Schüsse. Nur dreimal öfter feuerten die Wiener auf das Gehäuse der Bullen, dafür konnten die Caps auch zweimal öfter jubeln.

Ungleiche Spezialteams
Die Bullen sind über die gesamte Saison hinweg vor allem in Unterzahl eine wahre Macht. In den vierundfünfzig Partien der ersten beiden Abschnitte der Saison liegen die Salzburger mit 85,4% erfolgreich gekillten Penalties klar auf Platz 1. Einhundertfünfundachtzig Mal musste ein Bulle auf die Strafbank, nur siebenundzwanzig Mal konnte die gegnerische Mannschaft daraus Kapital schlagen. Darüber hinaus gelang den Salzburger fünf Mal ein Tor shorthanded.

Dem gegenüber steht das schwache Powerplay der Wiener. Der Pick-Round-Sieger lag nach vierundfünfzig Partien mit knapp über zwanzig Prozent nur auf Rang 7. Von zweihundertsechzehn Überzahlsituationen gelang den Caps nur vierundvierzig Mal ein Treffer. Drei Mal mussten sie sogar ein Tor der in Unterzahl spielenden Gegner hinnehmen.
In den Playoffs liegen beide Teams in Sachen Penalty Killing gemeinsam auf Platz 1. In Überzahl konnte sich Wien deutlich steigern, hält nach dem Viertelfinale bei 23,1%, während Salzburg mit nur 17,2% nach Fehérvár und Znaim (ex aequo mit 12%) das drittschlechteste Powerplay vorzuweisen hat.
Im Duell mit den Wienern haben die Bullen in Sachen Penalty Killing fast alles richtig gemacht. Aus vierundzwanzig Unterzahlspielen mussten die Mozartstädter nur drei Mal einen Gegentreffer hinnehmen, während ihr eigenes Powerplay vier Mal aus sechzehn Möglichkeiten gegen die Hauptstädter erfolgreich war.

Ungleiches Torhüterduell
Die besseren Karten auf der Goalieposition dürften die Wiener haben. JP Lamoureux legte erneut einen tollen Grunddurchgang hin, doch viel erstaunlicher sind seine Zahlen in den Playoffs. Der eigentlich für einen gegen Ende der Saison auftretenden Formeinbruch bekannte US-Amerikaner brillierte gegen Znaim und liegt damit klar auf Platz 1. Mit 94,3% gehaltener Schüsse und einem Gegentorschnitt von nur 1,81 führt er in beiden Kategorien. Nur Ex-Teamkollege David Kickert hat eine ähnlich gute Fangquote.

Auf der anderen Seite steht mit Stephen Michalek der zweitschlechteste Playoff-Torhüter der vier verbliebenen Teams. Nur Robin Rahm von den 99ers zeigte ein schwächere Leistung.
Michalek erreichte in dreiundfünfzig Spielen des Grunddurchgangs nur eine Fangquote von 88,7% und einen Gegentorschnitt von 3,01 und lag damit nach Rene Swette (HCI), Vito Nikolic und Vilim Rosandic (MZA) an vorvorletzter Stelle.

Ähnliche Zahlen finden sich auch in den bisherigen sechs Partien zwischen den beiden Teams. Lamoureux liegt auch hier ganz klar vorne, Michalek und Herzog mit annährend gleichen Zahlen im Mittelfeld. Einzig Bernhard Starkbaum zeigte gegen seinen Ex-Club schlechtere Leistungen, als in seinen restlichen Einsätzen für die Wiener.

Punkteübergewicht bei Wien
Sieht man sich die offensiven Zahlen beider Teams an, merkt man sofort, dass die Caps deutlich die Nase vorn haben. Mit Peter Schneider und Chris DeSousa (beide sechsundsiebzig Punkte aus neunundfünfzig Partien) haben die Hauptstädter die beiden produktivsten Spieler der EBEL, DeSousa führt zudem auch klar die Topscorerliste der Playoffs an. Darüber hinaus stehen mit Holzapfel und Vause zwei weitere Wiener unter den Top zwanzig. Salzburg kann hier mit John Hughes (4.) und Ryan Duncan (13.) nur zwei Spieler aufweisen.

Nicht unerwähnt bleiben darf Sondre Olden. Der Norweger kam erst mitten in der Saison aus Zagreb nach Wien, schlug dort aber sofort ein. In insgesamt zweiundvierzig Spielen gelangen im vierundvierzig Punkte. Der schnelle Stürmer profitiert von seinem punktgenauen Gelenksschuss und steht nach fünf Playoffpartien bereits bei sechs Punkten.
DeSousa, Schneider, Vause, Duncan und Hughes sind auch jene Akteure, die in den direkten Duellen der beiden Teams zu den wichtigsten Punktelieferanten zählten. Während zudem auch Vandevelde und Gazley ebenso in den Playoffs wie gegen Wien ihre Qualitäten zeigen konnte, spielten Andreas Nödl und Brent Harris in ihren Viertelfinalserien unter den Erwartungen.

Wien gewinnt, wenn…
…weiterhin alle Reihen abliefern. Abseits von den Topscorern haben die Wiener eine Reihe an fähigen Spielern, die bereits die gesamte Saison über Punkte lieferten und es auch gegen Znaim weiterhin taten. Spieler wie Emil Romig (vier Punkte aus fünf Playoffspielen) sind nicht nur Mitläufer sondern wichtige Bestandteile des Erfolgs der Wiener.

Darüber hinaus wartet mit Rafael Rotter einer der stärksten Spieler der Wiener weiterhin auf seinen ersten Einsatz. Wenn er ein erfolgreiches Comeback feiern und seine Form wieder finden kann, haben die Caps eine weitere gefährliche Waffe in ihrem Arsenal, die sie gegen die Salzburger einsetzen können. Seine Rückkehr könnte sogar dem Powerplay der Wiener wieder Feuer geben und damit den einzigen wirklichen Problembereich der Donaustädter entschärfen.

Salzburg gewinnt, wenn…
…sich die Defensive festigt. Sowohl im Grunddurchgang als auch in der Zwischenrunde musste Salzburg trotz des starken Unterzahlspiels die zweitmeisten Gegentore unter den Top 6-Teams hinnehmen. Wenn Michalek (oder Herzog) seine Form findet und den Bullen ein richtiger Rückhalt wird, können sich die Topscorer der Mozartstädter wieder auf die Offensive konzentrieren. Mit Hughes, Duncan, Gazley, Vandevelde, Raffl und Harris stehen den Salzburgern eine Vielzahl an talentieren Stürmern zur Verfügung, die, wenn man sie lässt, den Ausschlag geben könnten.

Tipp: Wien gewinnt in 6 Spielen

für ring-hockey.at (Lukas Hörmandinger)

 

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