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EBEL: Liga meldet sich noch einmal in Bezug auf Austin Smith zu Wort

Nachdem der HCB Südtirol Alperia am Mittwoch eine Stellungnahme zu den Vorwürfen von Austin Smith veröffentlicht hat, und damit beide Seiten ihre Sicht der Dinge dargelegt haben, meldet sich nun auch Lyle Seitz, der Director of Hockey Operations der Erste Bank Eishockey Liga, zur Causa zu Wort.

Vor ungefähr zwei Wochen wurde die Erste Bank Eishockey Liga, durch einen Instagram Beitrag von Austin Smith zum ersten Mal über ein potentielles medizinisches und finanzielles Problem informiert.
Bisherige Informationen über den Fall betreffend der mutmaßlichen Gehirnerschütterung:

1) Austin Smith erlitt am 20. Oktober 2017 eine mutmaßliche Kopfverletzung (mögliche Gehirnerschütterung) als Bozen in Wien spielte. Diese Information wurde von Bozen und Austin Smith bestätigt.
Dieses Spiel wurde am 20. Oktober 2017 live im EBEL Situation Room verfolgt. Zu diesem Zeitpunkt traten keine Vorfälle auf, die erhöhte Aufmerksamkeit erforderten. Das bedeutet, dass es keinen Grund gab, ein Video zu einem Vorfall, dass Austin Smith betroffen hätte, zu erstellen und an das player safety comittee (PSC) zur Überprüfung zu verschicken.
Das Spiel wurde vollständig nochmals (14. September 2018) von mir überprüft, nachdem ich von der mutmaßlichen Gehirnerschütterung während des Spiels am 20. Oktober gehört hatte. In diesem Spiel konnte ich kein illegales Vergehen ausmachen.
Die nächste Annahme, für eine mögliche Ursache, wäre dann sekundärer oder nicht primärer Kontakt (Banden, Glas, Eis, Puck, Schläger, …). Auf dem verfügbaren Video konnte eine derartige Ursache nicht ausgemacht werden.
Schließlich können Gehirnerschütterungen auch durch Situationen entstehen (jedoch nicht ausschließlich), die ein Schleudertrauma hervorrufen können (ein body-check zum Körper, bei dem sich der Körper bewegt, jedoch nicht der Kopf, kann einen plötzlichen Schulter-Nacken-Unterschied hervorrufen). Diese Situation kann eine mögliche Ursache darstellen, es konnte aber nicht schlüssig im Video nachvollzogen werden.
Im Namen des EBEL Hockey Ops Department – es gab keinen Vorfall, der am Spieltag übersehen wurde, noch in der kürzlichen Überprüfung des Videos, der schlüssig eine mögliche Ursache belegen würde, warum oder wie eine Gehirnerschütterung entstanden sein könnte.
In einer Telefonkonversation hat Austin Smith behauptet, dass seiner Meinung nach die Gehirnerschütterung durch ein Schleudertrauma im ersten Drittel hervorgerufen wurde. Hier sind die Videos in denen physischer Kontakt auftrat, der eine mögliche Ursache darstellen könnte:
Clip – hcb@vic am 20.10.2017

Die im Video gezeigten Szenen gelten als legale Spielzüge und Körperkontakte, die im Laufe eines Spiels häufig vorkommen (nichts Ungewöhnliches oder ein Grund für eine Überprüfung durch das PSC)

2) Austin Smith soll am 21. Oktober im Spiel Bozen gegen Znaim eine mutmaßliche Kopfverletzung erlitten haben (diese soll die mögliche Gehirnerschütterung verstärkt haben). Diese Information wurde von Bozen und Austin Smith bestätigt.
Dieses Spiel wurde am 21. Oktober 2017 live im EBEL Situation Room verfolgt. Zu diesem Zeitpunkt traten keine Vorfälle auf, die erhöhte Aufmerksamkeit erforderten. Das bedeutet, dass es keinen Grund gab, ein Video zu einem Vorfall, der Austin Smith betroffen hätte, zu erstellen und an das player safety comittee (PSC) zur Überprüfung zu verschicken.
In einer verbalen Telefonkonversation hat Austin Smith behauptet, dass seiner Meinung nach, soweit er sich erinnern kann, die mutmaßliche Gehirnerschütterung verschlimmert wurde in einer Situation im Überzahlspiel an der Bande, bei der er nach hinten fiel und sich dabei eine Erschütterung seines Kopfes zuzog.
Das Spiel wurde vollständig nochmals (Freitag 14. September 2018) von mir überprüft, nachdem ich von der mutmaßlichen Gehirnerschütterung während des Spiels am 21. Oktober gehört hatte. In diesem Spiel konnte ich kein illegales Vergehen ausmachen, das sich nicht innerhalb des normalen Kontaktes befindet, noch konnte ich einen Vorfall ausmachen, der eine mutmaßliche Gehirnerschütterung verursachen könnte. Es gab keinen direkten Kontakt zu Austin Smiths Kopf.
Es gab einen Vorfall, der der Beschreibung von Austin Smith entspricht. Dieser body-check wurde als legal erachtet und war kein Vorfall, der an das PSC gerichtet wurde. Dieser body-check wird als normale und legale Spielhandlung erachtet.
Clip: hcb@zno am 21.10.2017

3) Das letzte Spiel von Austin Smith bevor er für längere Zeit nicht am Spielgeschehen teilgenommen hat (27. Oktober 2017 bis ca. 26. Jänner 2018), fand am 27. Oktober 2017 in Bozen gegen den KAC statt. Austin Smith bestätigte mündlich, dass in diesem Spiel kein Vorfall auftrat, der eine Gehirnerschütterung verstärken könnte. Austin Smith begann während der halben Spielzeit „Gehirnerschütterungs-ähnliche-Symptome“ wahrzunehmen, die auf den Spielen vom 20. und 21. Oktober basieren.

Zusammenfassend bezogen auf die oben angeführten Spielereignisse, betreffend Austin Smith:
Spielte das gesamte Spiel (gilt für alle 3 oben genannten Spiele), inklusive der Overtime wenn eine gespielt werden musste
Er hat das Eis nicht umgehend nach dem Körperkontakt in den Videos, die oben angeführt sind, verlassen (beendete seinen Wechsel und zeigte dabei keine Anzeichen einer Verletzung)
Spielte normale Wechsel, Unterzahl und Überzahl sowie die letzten Minuten bei jedem Spiel
Erzielte Punkte

Zusammenfassend aus der Sicht von Hockey Ops, bezugnehmend auf die oben angeführten Spielsituationen:
Es gab keinen Vorfall, der als illegal identifiziert werden konnte. Noch konnte eine Situation ausgemacht werden, die zu der mutmaßlichen Gehirnerschütterung geführt hat
Es gab keinen Vorfall, der es notwendig gemacht hätte, Videos an das PSC zu übermitteln

Basierend auf den Informationen, die Austin Smith mündlich durch ein Telefonat zur Verfügung gestellt hat:
Ich habe keinen Arzt aufgesucht, noch habe ich nach dem Spiel am 20. Oktober in Wien darum gebeten.
Ich habe keinen Arzt aufgesucht, noch habe ich nach dem Spiel am 21. Oktober in Znojmo darum gebeten.
Ich habe vor oder unmittelbar nach dem Spiel am 27. Oktober 2017 einen Arzt in Bozen aufgesucht. Dieser hat keine Gehirnerschütterung diagnostiziert.

Es ist wichtig zu beachten, dass Gehirnerschütterungsprotokolle nützlich sind nachdem sich ein Vorfall ereignet hat. Es bedeutet, dass ein Spieler potenziell verletzt ist. Die EBEL Abteilung für die Sicherheit der Spieler hat in den letzten Jahren einen anderen Ansatz verfolgt. Es wird eifrig an der Ausbildung gearbeitet, sowie den Spielstandard so zu verändern, dass solche Vorfälle weniger oft auftreten, anstelle der Diagnose nachdem ein Vorfall eingetreten ist. Folgende Punkte wurden verändert und in Stand gesetzt.
Medizinisches Personal vor Ort bei jedem Spiel, einschließlich eines medizinischen Trainers und einem Arzt auf der Spielerbank
Größere Verpflichtungen gegenüber den Spielern und Trainern durch Ausbildung, Kommunikation und dem Spielstandard um zu verhindern, dass Probleme mit hohem Potential täglich auftreten
Die EBEL hat vor 3 Jahren das „EBEL Injury Protokol“ eingeführt, wodurch Verletzungen an die EBEL gemeldet werden
Einführung des Incident Reports der Trainer gibt die Möglichkeit gefährliche Situationen oder Situationen mit Verletzungspotential zu identifizieren
Vollzeit-Schiedsrichter-Trainer (Greg Kimmerly), der täglich mit den Schiedsrichtern arbeitet und einen strengen Standard zur Sicherheit der Spieler setzt.
Einführung eines EBEL Infrastruktur Protokolls, das Empfehlungen für die Sicherheit der Spieler enthält (z.B. bewegliche/flexible Banden, Tausch von Glas auf Plexiglas, zwei Türen auf jeder Spielerbank,)
DOPS (Department für Spielersicherheit): im Fokus stehen die Überwachung, die Ausbildung, die Veränderungen des Spielstandards, um die Sicherheit durch und für alle Teilnehmer zu schaffen.
Einführung des höchsten Standards in allen professionellen Ligen gegenüber allen aggressiven Strafen (hohes Verletzungsrisiko) durch die minimale Länge von 2‘+2‘ Minuten.
Einführung eines verpflichtenden Tragens eines Mundschutzes für alle professionellen Spieler (in keiner anderen Liga gilt der Mundschutz als verpflichtend, einschließlich der IIHF)
Einführung dass alle Spiele live beobachtet werden, um alle Verletzungen mit hoher Verletzungsgefahr sofort zu erkennen.
Einführung eines EBEL Player Safety Committee (PSC), ein unabhängiges Gremium, das beobachtet und hilft, Vorfälle mit hohem Verletzungsrisiko zu identifizieren
Die EBEL hat in der Saison 2018/19 vier “remote“ Spielbeobachter eingeführt (mit einem Gesamtumfang von mehr als 5000+ NHL-Spielen Erfahrung auf und abseits des Eises), die helfen, die Spiele durch den Situation Room live zu überprüfen.
Die “Wiederholungstäter” wurden eingeführt, die sich auf die Spielzeit auswirkt. Somit können illegale Vergehen identifiziert und eliminiert werden.
Änderung des EBEL-Spielstandard in jeder Saison in Richtung einer „speed and skill“ Liga, die Spieler reduziert, die aufgrund von vergangenen Vergehen als Wiederholungstäter gelten
Faustkampf Regel – die EBEL hat den strengsten Faustkampf Standard, verwaltet durch DOPS

Die EBEL Abteilung für die Sicherheit der Spieler hat in den letzten Jahren viele präventive Handlungen gesetzt und Dinge maßgeblich verbessert. Viele der genannten Punkte gehören nicht zum Standardprotokoll der meisten professionellen Ligen, die EBEL nimmt hier eine Vorreiter Rolle ein.

Im Fokus sollte stehen, dass die von der EBEL eingeführten Änderung nicht nur in Einzelsituationen helfen. Wir wissen, dass es funktioniert, denn vermeidbare Verletzungen haben nachgelassen, ernsthafte Verletzungen haben nachgelassen, der DOPS-Standard bei Sperren ist höher und nach einer Zeit reduzierten sich die Sperren.

Wichtig ist es auch zu berücksichtigen, dass ein einzelner Fall die EBEL nicht definieren kann. Die Sicherheit der Spieler hat höchste Priorität. Deshalb hat die Liga viele Maßnahmen ergriffen und wird dies auch weiterhin tun.

erstebankliga.at

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