EBEL. Eishockey Bundesliga. KAC gegen Moser Medical Graz99ers. Siim Liivik, Clemens Unterweger, (KAC), Dwight King, Zintis Nauris Zusevics (Graz). Klagenfurt, am 5.4.2019. Foto: Kuess

EBEL: KAC steigt mit Sweep über die Graz 99ers ins Finale auf

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Der KAC vollendet im Halbfinale 4 vor eigenem Publikum den 4 : 0 Seriensweep über die Graz 99ers und steht damit als erster Finalist der Erste Bank Eishockey Liga fest.

Die Grazer waren in der Hoffnung nach Klagenfurt angereist mit einem Auswärtssieg die Halbfinalserie nochmals spannend zu machen. Trainer Doug Mason hatte für dieses Spiel der letzten Chance in die Trickkiste gegriffen und sämtliche Stürmerreihen neu formiert um neuen Schwung in das zuletzt enttäuschende Angriffsspiel der 99ers zu bringen. Nach knapp 10 Minuten im ersten Drittel gelang auch der Führungstreffer für die 99ers als Colton Yellow Horn im Forecheck Adam Comrie die Scheibe abluchsen konnte und Matt Garbowsky seine Vorlage zum 0 : 1 verwertete. Als wenige Minuten später Daniel Oberkofler im Powerplay nach schöner Vorlage von Matt Caito das 0 : 2 erzielte und der Bann des in den letzten Spielen ineffizienten Überzahlspiels der 99ers gebrochen war, schienen die Grazer auf einem guten Weg zumindest ein weiteres Heimspiel zu erzwingen.

Nur etwas mehr als eine Minute später sorgte Thomas Koch, ebenfalls im Powerplay, mit einem Handgelenkschuss vom Bullypunkt für den Anschlusstreffer zum 1 : 2. Die Special Teams sollten in der Folge der entscheidende Faktor in diesem Spiel werden. 5 Minuten vor Ende des zweiten Drittels musste Travis Oleksuk nach einem unnötigen Vergehen im Angriffsdrittel auf die Strafbank. Im folgenden Powerplay fiel der kuriose Ausgleich für den KAC. Nick Petersens Schuss wurde von Ken Ograjensek abgefälscht, traf Matt Caito am Unterschenkel und kullerte von dort ins Tor. Torhüter Robin Rahm reklamierte eine Behinderung durch einen Klagenfurter Angreifer für sich, das Schiedsrichterteam entschied jedoch nach Videostudium auf Tor.

Nur wenige Minuten später wiederholte sich die Situation: Lukas Kainz wurde wegen eines unnötigen Holdings hinter dem gegnerischen Tor auf die Strafbank geschickt und das Überzahlspiel der Klagenfurter schlug erneut zu. Matt Neal wurde von Andrew Kozek glänzend in Szene gesetzt, kreuzte vor das Grazer Tor und vollendete zur erstmaligen Führung für die Rotjacken.

Im Schlussdrittel hatten die Klagenfurter nach etwa 4 Minuten die erste große Chance auf eine frühe Vorentscheidung im Spiel, es blieb aber vorerst noch beim 3 : 2. Nach 44 gespielten Minuten bot sich für die Grazer die größte Gelegenheit wieder ins Spiel zurück zu finden als Andrew Kozek und David Fischer kurz nacheinander auf der Strafbank Platz nahmen und knapp mehr als eine Minute 5 gegen 3 gespielt wurde. Die Powerplayformation der 99ers konnte jedoch gegen drei aufopferungsvoll verteidigende Klagenfurter keine zwingenden Torgelegenheiten erspielen und diese Chance blieb ungenutzt.

In Minute 45 nutzte auf der anderen Seite Andrew Kozek die sich ihm bietende Chance dagegen eiskalt aus, als Lukas Kainz den Puck in der Nähe des eigenen Tores leichtfertig verlor. Kozek nahm das Geschenk dankend an und verwertete, nachdem er im ersten Versuch noch knapp an der Stange gescheitert war, seinen eigenen Nachschuss zum vierten Treffer für den KAC.

Die weiteren Bemühungen der Grazer sollten erfolglos bleiben. Ty Loney fand 6 Minuten vor Ende noch eine gute Torchance vor, blieb aber im Abschluss zu zögerlich und der erneut hervorragend spielende Lars Haugen im Klagenfurter Tor konnte die Situation klären. Die 99ers nahmen Robin Rahm in einem letzten Aufbäumen zweieinhalb Minuten vor Ende vom Eis und versuchte mit sechs Feldspielern noch eine Wende herbeizuführen. Die glänzend eingestellte Defensive des KAC konnte man auch mit dieser Maßnahme nicht mehr aus der Ruhe bringen, Adam Comrie vergab da sogar noch die Möglichkeit mit einem Schuss ins leere Tor vorzeitig endgültig alle Zweifel am Klagenfurter Sieg auszuräumen.

Der KAC hat nun Zeit ein wenig zu regenerieren und Kräfte für das Finale zu sammeln während man wartet ob Red Bull Salzburg oder die Vienna Capitals der Gegner sein werden. Für die Graz 99ers endet hier eine sehr erfolgreiche Saison mit einem etwas enttäuschenden Schlusspunkt, hatte man sich doch für die Halbfinalserie durchaus realistische Chancen ausgerechnet dem KAC Paroli bieten zu können.

 

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