Connect with us

EBEL

EBEL-Finale: Unglücksrabe Unterweger entscheidet Spiel 3 für Caps

PSR/Leo Vymlatil

Die Vienna Capitals konnten auch das zweite Heimspiel in der diesjährigen Finalserie für sich entscheiden und die neuerliche Serienführung ergattern. Spielentscheidend war dabei ein unglückliches Eigentor von Clemens Unterweger in einer absolut ausgeglichenen Partie.
Die Wiener hatten vor dieser Partie nur eines ihrer letzten dreizehn Heimspiele verloren. Mit dem 3:2-Sieg gegen den KAC konnten die Donaustädter diese Serie fortsetzen.

Beide Teams liefen im Vergleich zum 1:0-Sieg der Kärntner vom vergangenen Sonntag unverändert auf. Einzig und allein Mario Fischer wurde von den Caps nach einer Hand voll Spielen in der Offensive wieder als Verteidiger eingesetzt.

1. Drittel (2:2)
Nachdem sich beide Teams in den ersten drei Minuten zunächst abtasteten, schlugen die Wiener mit ihrem ersten gefährlichen Angriff sofort zu. Nachdem er zunächst per Wraparound an Lars Haugen gescheitert war, eroberte sich Patrick Peter in der Ecke die Scheibe postwendend zurück. Da sich die Klagenfurter am Eis mehr um die vier restlichen Caps-Spieler als den puckführenden Verteidiger kümmerten, hatte der Wiener Zeit und Raum, um in den Slot zu fahren. Dort angekommen musste Peter das Spielgerät mit der Backhand nur noch an Haugen vorbei befördern.

Der KAC schien durch den frühen Gegentreffer aufgeweckt und suchte den schnellen Ausgleich. Die Offensivbemühungen der Rotjacken wurden jedoch bald von Andrew Kozek behindert, der für zwei Minuten auf die Strafbank musste. Im folgenden Powerplay, in dem auch Rafael Rotter erstmals wieder Eiszeit erhielt, erspielten sich die Wiener zunächst einige tolle Chancen, der nächste Treffer gehörte jedoch den Gästen. Thomas Koch profitierte von einem unglücklich aufspringenden Puck und konnte ohne Bedrängnis auf Lamoureux zu fahren, ihn schwindlig spielen und letztendlich mit der Backhand einnetzen.
In weiterer Folge spielten beide Teams etwas zurückhaltender. Rund elf Minuten waren gespielt, als sich dem KAC erneut eine Chance im Breakaway ergab. Diesmal war es Petersen, der sich auf und davon machte, schlussendlich jedoch von Fischer entscheidend gestört wurde. Das Resultat war ein Penalty, den der Kanadier jedoch nicht verwerten konnte, da Lamoureux sehr lange auf den Beinen blieb und schlussendlich mit dem Blocker zur Stelle war.
Deutlich besser machte es nur wenige Minuten später Matt Neal. Der KAC befand sich im Powerplay, war jedoch bereits einige Male am US-Amerikaner im Tor der Caps gescheitert. Rund eine halbe Minute hatten die Gäste noch in Überzahl, als ein eigentlich für Petersen am langen Pfosten gedachter Pass von Koch über Kozek’s und Dorion’s Beine zu Neal kam, der an der anderen Stange wartete. Lamoureux konnte diesmal nicht schnell genug reagieren und sein kanadischer Gegenspieler konnte die Scheibe unter der Latte unterbringen.
Die Antwort der Gastgeber ließ nicht lange auf sich warten. Die Wiener brauchten im Powerplay nur sechs Sekunden, ehe sie das Spiel wieder auf Anfang stellen konnten. Nach dem Bullygewinn in der offensiven Zone kam die Scheibe zu Dorion, der vom Bullykreis aus den Schuss auf das Tor brachte. Vor Haugen perfekt positioniert konnte Chris DeSousa den Puck entscheidend abfälschen und somit am Norweger vorbeibringen.
Etwas mehr als eine Minute war noch zu spielen, als Sondre Olden erstmals seine Klasse aufblitzen ließ. Der Norweger konnte sich durch drei Klagenfurter tanken und knallte die Scheibe dann mit der Backhand an die Kreuzecklatte.

2. Drittel (1:0)
Der Beginn ds zweiten Durchgangs gestaltete sich als ein regelrechter Schlagabtausch. Beide Teams fuhren abwechselnd Angriff um Angriff, einzig wirkliche Großchancen blieben aus.

Nach rund sechs gespielten Minuten mussten Rafael Rotter und Niki Kraus für jeweils zwei Minuten auf die Strafbank. Das folgende Vier-gegen-Vier war vor allem von Abspielfehlern auf beiden Seiten geprägt, ein Tor gelang jedoch keinem der beiden Teams.
Wenig später durften die Wiener jedoch erneut jubeln. Romig, der von Kozek’s Ellbogen im Gesicht getroffen wurde, brachte die Scheibe vor das Tor, wo sich Lakos und Unterweger im Zweikampf befanden. Der Puck sprang von der Brust des KAC-Verteidigers ab und landete im Netz hinter Haugen.
Für die Gäste sollte es jedoch noch dicker kommen, denn Kozek musste nach seiner Tätlichkeit gegen den Torschützen der Wiener für zwei Minuten auf die Strafbank. Knapp eine Minute später wurde auch David Fischer für zwei Minuten vom Spiel ausgeschlossen. Das Powerplay der Caps erspielte sich zwar Chance um Chance, ein weiterer, wohl etwas Luft verschaffender Treffer wollte jedoch nicht gelingen.
Nach Ablaufen beider Strafen wurde wiederum der KAC wieder aggressiver und setzte Lamoureux ordentlich unter Druck. Doch die Klagenfurter, unter anderem Schumnig mit zwei Hammern aus dem äußeren Slot, scheiterten jedes Mal am stark aufspielenden US-Amerikaner.
Rund fünf Minuten vor der zweiten Pause schien sich das Spiel wieder etwas zu beruhigen, ehe es nach einem Save von Lamoureux vor dem Tor der Caps hitzig wurde und es zu einer Rangelei kam.
Kurz darauf zog der KAC abermals eine Strafe und bescherte den Wienern eine weitere Chance in Überzahl. Doch auch diesmal gelang den Caps trotz einiger herausgespielter Chancen nicht der so wichtige Treffer zur Zwei-Tore-Führung.

3. Drittel (0:0)
Den Schlussabschnitt eröffneten die Caps mit einem Blitzstart. Olden umkurvte das Tor und spielte den Pass durch die blaue Zone vor dem Eis. Tessier stand am langen Pfosten goldrichtig, konnte die Scheibe jedoch nicht an Haugen vorbeidirigieren.

Knapp vier Minuten später musste der Norweger im Tor der Gäste erneut brillieren. Holzapfel spielte die Verteidigung der Kärntner an deren blauer Linie schwindlig und spielte den Pass zu Mullen, der im äußeren Slot vollkommen alleine stand. Der Verteidiger setzte jedoch nicht sofort den Schuss, sondern suchte den Pass an den langen Pfosten zu Holzapfel. Der MVP aus der Saison 2016/17 scheiterte im letzten Moment jedoch am Bein von Haugen.
Nur kurze Zeit später rettete die Stange den KAC vor dem vierten Gegentreffer. Olden fand den erneut am langen Pfosten stehenden Holzapfel, der die Scheibe jedoch nur an das Alumnium klatschen konnte.
Etwas mehr als zehn Minuten vor Ende der regulären Spielzeit zogen die Wiener die vierte Strafe des Abends. Das beste Penalty Killing der diesjährigen Playoffs hielt jedoch trotz einiger guter Chancen für die Rotjacken stand.
Direkt im Anschluss an das Ende der Strafe gegen Romig wurde wiederum ein Klagenfurter auf die Strafbank verbannt. Abermals erspielten sich die Wiener mehrere gefährliche Chancen, doch abermals ließ das nur fünftbeste Powerplay der Playoffs seine Möglichkeiten ungenutzt. So zum Beispiel Taylor Vause, der aus kürzester Entfernung den Puck per Schlagschuss nur auf Haugen’s Brust befördern konnte.
Die letzten Minuten des Spiels waren von Schlussoffensiven auf beiden Seiten geprägt. Der KAC wirkte bemüht, scheiterte jedoch an JP Lamoureux beziehungsweise an der eigenen Schussgenauigkeit. Eineinhalb Minuten vor Ende holte Julian Grosslerche für die Caps noch eine letzte Strafe heraus. Die Gäste mussten also trotz des Rückstands mit einem Mann weniger ran. Dies hinderte die Rotjacken nicht daran, für die letzte Spielminute Torhüter Haugen vom Eis zu nehmen. Der zusätzliche Angreifer gab im Endeffekt jedoch nicht den nötigen Ausschlag und die Hausherren durften den zweiten Sieg in dieser Finalserie bejubeln.

EV Vienna Capitals – EC KAC 3:2 (2:2/1:0/0:0)
Zuschauer (offiziell): ausverkauft
Referees: Kristijan NIKOLIC, Ladislav SMETANA; David NOTHEGGER, Elias SEEWALD

Tore VIC: Peter (4′), DeSousa (16′; PP1), Romig (29′)
Tore KAC: Koch (7′; SH), Neal (14′; PP1)
Schüsse: 27:27
Powerplays: 1/6; 1/3
Strafminuten: 8; 14

für ring-hockey.at (Lukas Hörmandinger)

Comments

More in EBEL