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EBEL

EBEL-Finale: Olden schießt Caps mit 200. Playoff-Tor zu Sieg in Spiel 1

Leo Vymlatil

Im ersten Spiel der Neuauflage des Finales von 2017 und dem Duell der beiden besten Torhüter der diesjährigen Saison setzten sich die Vienna Capitals nach der Overtime mit 3:2 durch. Sondre Olden erzielte dabei mit dem 200. Playoff-Tor der EBEL-Geschichte den entscheidenden Treffer.
Es war das bereits vierte erste Spiel zwischen diesen beiden Teams in einer Finalserie. Die Capitals konnten beide Titel der Vereinsgeschichte gegen die Rotjacken bejubeln. Dieser Trend setzte sich in Spiel 1 dieser Finalserie fort.

Während die Wiener erneut auf einen vollen Kader zurückgreifen konnten, mussten die Gäste auf Kapitän Manuel Geier und Philipp Kreuzer verzichten. Dafür kehrte Johannes Bischofberger in das LineUp der Kärntner zurück, nachdem er die vergangenen fünf Spiele verpasst hatte.

1. Drittel (2:0)
Die erste größere Chance ergab sich nach ungefährt eineinhalb Minuten für die Gastgeber. Olden konnte sich an mehreren Gegenspielern vorbeitanken, scheiterte jedoch in zwei Versuchen an Goalie Lars Haugen.

Nur wenige Minuten später kochten die Emotionen erstmals über. Nach einem Schuss von Mullen konnte Haugen die Scheibe erst im Nachfassen sichern. Daraufhin bildete sich ein Rudel vor dem Tor der Gäste, aus dem sich Comrie und Peter absonderten. Die beiden Defender begannen nun einen Kampf, gegen den die Referees überaschenderweise erst sehr spät vorgingen.
In weiterer Folge spielte der KAC ein starkes Forechecking und ließ so die Wiener selten aus deren Drittel kommen. Den Rotjacken selbst gelang jedoch auch nur wenig.
Die nächste Möglichkeit auf den Führungstreffer eröffnete sich den Caps nach sieben absolvierten Minuten im Powerplay. Peter Schneider spielte den Traumpass auf Tessier, der die Scheibe jedoch nicht sauber traf. Kurz darauf wurde Caps-Verteidiger Dorion mit einem Ellbogencheck gegen die Bande auf den Boden befördert. Der Kanadier lag einige Zeit am Boden, ehe er in die Kabine eskortiert wurde.
Nur wenig später fassten die Gäste eine weitere Strafe, diesmal wegen einer Spielverzögerung im Drittel der Wiener. Das Powerplay der Wiener wollte jedoch nicht greifen und so konnte der KAC beide Strafen ohne Gegentreffer überstehen.
Es dauerte jedoch nicht lange, ehe die Wiener erstmals jubeln durften. Nachdem Rotter und Vause sich in der Ecke die Scheibe erkämpfen konnten, wurde der Wiener Publikumsliebling neben dem Tor der Kärntner umgerissen. Eine Strafe wurde angezeigt, doch der Kanadier konnte sich durch den Slot schummeln und mit der Backhand zum 1:0 einnetzen.
Nur drei Minuten später landete der Puck erneut hinter Haugen im Tor der Gäste. Nach einem schönen Kombinationsspiel der Wiener kullert die Scheibe nach DeSousa’s Tip In durch die Beine des Norwegers in Richtung Torlinie. Zwar dürfte der Puck zunächst nicht zur Gänze im Tor gewesen sein, doch Harand’s Versuch, die Scheibe unter seinen Torhüter zu befördern, resultierte darin, dass Haugen das Spielgerät letztendlich selbst in seinen Kasten beförderte. Die Schiedsrichter entschieden zunächst auf Tor, zeigten jedoch sofort eine Videobeweis an. Nach eingehendem Studium der Szene änderten die Refs ihre Meinung nicht und die Wiener waren offiziell mit 2:0 in Führung.
In weiterer Folge wachte der unkonzentriert wirkende KAC etwas auf und wurde offensiv präsenter. Doch auch die nächste Szene gehörte den Wienern. Während die Gäste gerade frische Spieler in das Drittel der Caps brachten, fand Rotter die Lücke und darin Wukovits. Der junge Wiener konnte frei auf Haugen stürmen, der Norweger behielt diesmal jedoch die Überhand.
Warum die Caps mit etwas mehr als 89% eines der besten Penalty Killings der Liga hat, bewiesen die Donaustädter kurz vor der Pause. Olden musste wegen Spielverzögerung auf die Strafbank, doch der KAC konnte nur in der ersten halben Minute nachhaltigen Druck auf Lamoureux auswirken.

2. Drittel (0:1)
Nachdem der zweite Durchgang zunächst etwas brauchte, um in die Gänge zu kommen, zog Peter Schneider nach rund zweieinhalb Minuten eine Strafe. Diese sollte sich sofort rächen. Nach gewonnenem Bully konnte Petersen die Scheibe in der Ecke halten und den im Slot vollkommen alleine gelassenen Andrew Kozek finden. Der Kanadier hatte genug Zeit, sich eine Ecke auszusuchen und den Puck im Netz zappeln zu lassen.

Nur wenig später musste erneut ein Wiener auf die Strafbank. Dorion hatte nach einer Rangelei in der Ecke des Wiener Drittels Witting zu Fall gebracht und sah dafür zwei Minuten. Die größte Chance im vierten Klagenfurter Powerplay hatten jedoch die Caps selbst. Vause vergab jedoch im Breakaway die Chance auf das 3:1.
Das Spiel wurde nun wesentlich schneller und härter. Tonangebend waren jedoch abermals die Capitals, die rund um die Halbzeitmarke zahlreiche gefährliche Chancen vergaben. Immer wieder setzten die Donaustädter ihre Schüsse neben das Tor oder zu zentral auf Lars Haugen, sodass der KAC sich glücklich nur mit einem Tor im Rückstand befand.
Die Wiener schadeten ihrem Offensivdrang jedoch sechs Minuten vor der zweiten Pause erneut, als Mario Fischer auf die Strafbank verbannt wurde. Doch auch diesmal griff das Powerplay der Rotjacken und die Caps überstanden die Strafe ohne Gegentor.
Knapp zwei Minuten vor Ende des Drittels wurde wiederum ein Kärntner für zwei Minuten gesperrt. Zwar konnte auch das Überzahlspiel der Wiener zunächst nicht den Ausschlag geben, doch wurde gut vierzig Sekunden vor der Pause ein weiterer Spieler das KAC auf die Strafbank geschickt.
Kurz nach Auslaufen der ersten Strafe hatten die Hauptstädter ihre beste Chance im Powerplay, doch Vause‘ Onetimer traf Haugen zu zentral.

3. Drittel (0:1)
Die Wiener konnten aus den verbliebenen eineinhalben Minuten im Powerplay kein Kapital schlagen. Nach sechs Minuten, in denen der KAC wesentlich aktiver als in den vorangegangenen Dritteln agierte, durften die Caps jedoch erneut in Überzahl ran.

Knapp eine Minute war im Powerplay bereits absolviert, als Nödl nicht realisierte, wie viel Platz ihm im Slot gegeben worden war, und seine Chance nicht nutzen konnte. In weiterer Folge schafften es die Donaustädter nicht mehr, sich Chancen zu erarbeiten, und die Strafe verstrich ohne Treffer für die Gastgeber.
Dies sollte sich kurz darauf rächen, denn Nick Petersen konnte nach einem Pass von Patrick Harand die Scheibe per Onetimer aus dem Slot scharf im Kreuzeuck unterbringen.
Den Kärntnern eröffnete sich nur wenige Minuten später die Chance auf die erstmalige Führung. Rafi Rotter musste auf die Strafbank und bescherte seinen Caps ein weiteres Unterzahlspiel. Doch auch diesmal konnte der KAC kein Kapital aus seiner numerischen Überzahl schlagen.
Gut drei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit hatten zunächst Schneider und dann DeSousa die Riesenchance auf den neuerlichen Fühungstreffer. Nachdem Vause Schneider einen perfekten Pass für den Tip In gesetzt hatte, wurde DeSousa entscheidend gestört, um den Rebound über den am Boden liegenden Haugen zu befördern.
Knapp eine Minute vor Schluss wurde Patrick Mullen auf die Strafbank verbannt und bescherte dem KAC ein Powerplay. Die größte Chance vor der ersten Overtime in diesem Finale vergab jedoch Chris DeSousa im Breakaway.

1. Overtime (1:0)
Der KAC hatte zu Beginn des vierten Drittels gleich zwei Mal die Chance, aus dem Powerplay den Siegestreffer zu erzielen, doch Nick Petersen vergab beide hochkarätigen Chancen der Kärntner.

Einige Minuten später knallte Patrick Peter die Scheibe von der blauen Linie in Richtung Tor, doch Lars Haugen konnte mit dem Blocker die Entscheidung verhindern.
Kurz darauf machte es Teamkollege Sondre Olden wesentlich besser. Nach einem Zweikampf an der Bande im eigenen Drittel, an dem auch Emil Romig beteiligt war, konnte sich Olden lösen und auf Haugen losstürmen. Im Duell der beiden Norweger behielt der Caps-Stürmer mit einem perfekt angesetzten Schuss die Oberhand und führte die Wiener mit dem 200. Playoff-Tor der EBEL zum ersten Sieg in dieser Serie.

EV Vienna Capitals – EC KAC 3:2 (2:0/0:1/0:1/1:0)
Zuschauer (offiziell): 5.550
Referees: Manuel NIKOLIC, Ladislav SMETANA; Kevin KONTSCHIEDER, Gasper ZGONC

Tore VIC: Vause (11′), DeSousa (14′), Olden (66′)
Tore KAC: Kozek (23′), Petersen (49′)
Schüsse: 37:28
Powerplays: 0/5; 1/6
Strafen: 17; 17

für ring-hockey.at (Lukas Hörmandinger)

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