(Bild: fodo.at/Dostal)

EBEL: Caps ringen VSV nieder

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Zum Wiedersehen der Caps mit gleich vier ehemaligen Akteuren aus der vergangenen Saison kam es Sonntagabend in der Erste Bank Arena. MacGregor Sharp, Jamie Fraser, Jerry Pollastrone sowie dem in der abgelaufenen Spielzeit nach Villach verliehenen Felix Maxa stehen bei den Adlern unter Vertrag.
Zusätzlich trafen auch Markus Schlacher und JP Lamoureux erneut auf ihre ehemaligen Arbeitgeber. Sharp und Fraser standen für die Gäste in der Starting Six und wurden, wie man es in Wien mittlerweile gewohnt ist, von den Fans der Gastgeber gebührend begrüßt.
Bei den Hauptstädtern fehlten Taylor Vause und Marc-André Dorion verletzungsbedingt. Die Villacher mussten auf Kapitän Petrik verzichten

1. Drittel
Die Wiener starteten wie gewohnt mit viel Druck in diese Partie. Der VSV konnte jedoch defensiv gut dagegenhalten, trotzdem kamen die Caps zu einigen guten Chancen. Das Spiel wurde von Beginn an recht ruppig geführt. Die Villacher machten sich früh durch einige Checks bemerkbar, die von den Wiener jedoch zumeist revanchiert wurden.

Die erste Chance der Gäste sorgte dafür sofort für den ersten Treffer. Nachdem DeSousa die Scheibe an der Bande im eigenen Drittel verloren hatte, setzten Down und Pollastrone mit zwei schnellen Pässen Trivino in Szene, der von zwei Wiener bedrängt im Slot um Lamoureux herum fahren und schlussendlich einnetzen konnte.
Kurz darauf fasste Rafael Rotter eine Zwei-plus-Zwei-Minuten-Strafe wegen Beinstellens aus. Nicht ganz eine Minute später nach Beginn des Powerplays klingelte es erneut im Kasten von Ex-Villacher Lamoureux. Nödl und DeSousa spielten ein starkes und offensives Unterzahlspiel, liefen dann jedoch in den Konter. Über Schlacher kam die Scheibe zu Trivino, der im Zwei-auf-Eins Kromp in Szene setzte. Der Österreicher konnte Lamoureux ausspielen und auf 2:0 erhöhen.
Die Caps kamen nach dem Ablaufen der zweiten Strafe aufgrund eines Vergehens von Alderson zu einem rund einminütigen Powerplay. Dieses schien trotz einiger guter Chancen ohne Torerfolg zu enden, doch konnte Rafael Rotter zwei Sekunden vor Ende der Strafzeit mit einem Hammerschuss auf 1:2 verkürzen.
Im weiteren Verlauf des Drittels übernahmen wieder die Wiener das Ruder und konnten einige tolle Aktionen verzeichnen. Der Anschlusstreffer wollte trotz einiger hochkarätiger Torchancen nicht fallen.

2. Drittel
In den Anfängen des zweiten Durchgangs waren wieder die Wiener die aktivere Mannschaft, doch konnten die Gastgeber kaum vorzeigbare Chancen verzeichnen. Exakt vier Minuten nach Wiederbeginn durfte die Erste Bank Arena jedoch erneut jubeln. Einen Schuss von Hackl konnte Peter Schneider entscheidend abfälschen und somit auf 2:2 stellen.

Kurz darauf erlebten die Villacher eine weitere Schrecksekunde. Jamie Fraser lag nach einem Schuss der Wiener am Boden, konnte jedoch nach dem Abpfiff durch die Schiedsrichter wieder aufstehen und zur Bank fahren.
Die Wiener ließen sich davon nicht beirren und spielten die folgenden Minuten stark. Immer wieder tauchten die Caps vor Bakala mit tollen Chancen auf, der dritte Treffer blieb jedoch aus.
Knapp nach Überschreiten der Halbzeitmarke durften die Gastgeber jedoch erneut jubeln. In einem plötzlichen Konter spielte Schneider zu DeSousa, der genug Zeit hatte Bakala auszuschauen und einzunetzen.
Die Caps konnten auch weiterhin einige hochkarätige Chancen verzeichnen und den VSV immer weiter zurückdrängen.

3. Drittel
Auch in den Schlussabschnitt starteten die Wiener besser. Dan Bakala sah die Scheibe oft auf sein Gehäuse zufliegen, doch konnte er jedes Mal parieren.

Rund dreieinhalb Minuten nach Start des Drittels verzeichneten die Caps eine weitere hochkarätige Chance. Peter Schneider konnten sich von seinem Verteidiger lösen und völlig alleine auf das Tor der Gäste zusteuern. Einmal mehr war jedoch beim Torhüter der Adler Endstation.
Wenig später tankte sich Holzapfel durch das Verteidigerpaar der Villacher durch, konnte jedoch im letzten Moment am Abschluss gehindert werden.
Die Caps blieben am Drücker und konnten sich immer wieder gefährlich vor das Tor der Kärntner spielen.
So auch gut dreizehn Minute vor Ende der regulären Spielzeit. Schneider konnte die Scheibe zu Nissner bringen und sich selbst in den Slot begeben. Dort kam er recht alleine gelassen wieder an den Puck und konnte mit einem platzierten Schuss auf 4:2 erhöhen.
Kurz darauf fasste Corey Trivino eine Strafe wegen Spielverzögerung aus. Wohl aus dem Frust ob dieser Entscheidung heraus beleidigte Jerry Pollastrone einen der Schiedsrichter und musste dafür ebenfalls für zwei Minuten auf die Strafbank.
Es hieß nun also doppelte Überzahl für die Gastgeber, die mit einem weiteren Treffer wohl die Vorentscheidung herbeiführen hätten können. Doch die Villacher bewiesen sich und konnte das Unterzahlspiel ohne weiteren Gegentreffer überstehen.
Gut sechs Minuten waren noch zu spielen, als die Emotionen überkochten. Nach einem Save von Bakala gingen sich die am Eis stehenden Spieler an und es kam zu Handgreiflichkeiten. Vier Strafen wurden ausgesprochen. Holzapfel, Lakos (Wien) sowie Spannring (VS) mussten jeweils zwei Minuten wegen übertriebener Härte aussetzen. Matt Pelech von den Gästen bekam Zwei-plus-Zwei Minuten, weswegen sich die Wiener erneut in einem Powerplay befanden.
Dreizehn Sekunden vor Ablaufen des Überzahlspiels musste auch MacGregor Sharp für zwei Minuten auf die Bank, was die Unterzahl der Gäste verlängerte.
Doch auch aus diesem resultierte jedoch kein Treffer und so ging es in die letzten beiden Spielminuten. Der VSV zog den Torhüter und Rafael Rotter musste kurz darauf auf die Strafbank. Im Powerplay sah Lamoureux wie der sichere Sieger nach einem Schuss von Sharp aus, der Ex-Wiener stocherte jedoch nach und verkürzte so auf 3:4.
Rund zehn Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit kam es vor dem Tor der Wiener noch einmal zu einem Gerangel, aus dem Strafen für Lakos, Wall (Wien) und Pelech (VSV) resultierten. Die Gäste konnten jedoch kein Kapital mehr daraus schlagen und mussten sich geschlagen geben.
Nach dem Schlusspfiff wurden die ehemaligen Caps-Spieler, allen voran Fraser und Pollastrone, von ihren Wiener Fans noch einmal gebührend gefeiert und verabschiedet.

6. Runde – EBEL
Vienna Capitals – EC VSV 4:3 (1:2)(0:3)(1:1)

Torfolge: 0:1 Trivino (6.), 0:2 Kromp (7. PP1), 1:2 Rotter (10. PP1), 2:2 Schneider (25.), 3:2 DeSousa (32.), 4:2 Schneider (47.), 4:3 Sharp (60. PP1)

für ring-hockey.at (Lukas Hörmandinger)

 

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