Die EBEL Bestandsaufnahme!

19 mins read

22 Runden sind in der EBEL bereits gespielt, wir stehen bei der Halbzeit des Grunddurchgangs, wieder einmal an der Zeit, um die elf Teams unter die Lupe zu nehmen. Wo gibt es noch Baustellen, welche Teams dürfen bereits mit der direkten Qualifikation für das Play- Off spekulieren. Chris Knöbl mit der Übersicht. 

EC Red Bull Salzburg
Sieht man sich die Heimtabelle der EBEL an, könnte man meinen, die Bullen aus Salzburg werden eher im Mittelfeld der Liga zu finden sein, in zehn Spielen holte man 14 Punkte und hat damit um zehn Zähler weniger eingefahren als das beste Heimteam, die Vienna Capitals. Dafür läuft es für die Truppe von Matt McIlvane auswärts wie am Schnürchen, zehn Mal trat man in fremden Stadien an, alle zehn Partien konnte man für sich entscheiden. Daraus resultiert in der Gesamttabelle momentan der erste Platz, der Vorsprung auf den ersten Verfolger aus Wien beträgt bereits sechs Zähler.
Einen großen Anteil am derzeitigen Erfolg haben mit Sicherheit die beiden Österreicher Raphael Herburger und Kapitän Thomas Raffl, die mit 30 bzw. 27 Scorerpunkten auf den Plätzen eins und drei der Punkteliste zu finden sind. Mit ebenfalls 27 Punkten folgt Import John Hughes auf dem 4. Platz. Die Leistungen dieser Linie blieben nicht unbemerkt, Raphael Herburger hat für die kommenden zwei Spielzeiten bereits einen Vertrag in der Schweiz in der Tasche, nachdem er bereits beim ECH Biel-Bienne spielte, geht es nun zu Lugano.
Mit 75 Toren hat Salzburg die beste Offensive der Liga, dazu ist mit gerade einmal 41 Gegentreffern auch die Defensive sattelfest, hier sticht einmal mehr Jean Philippe Lamoureux heraus, der mit einer Fangquote von 94.2% der beste Torhüter der EBEL ist. Aber auch die Special-Teams klappen derzeit gut, man verwertet 25% aller Überzahlspiele, dazu hat man mit 85.7% auch das beste Penalty-Killing der Liga.
Man sieht also, dass die Bullen in vielen Statistiken und Tabellen die Nase vorne haben, man kann davon ausgehen, dass sich das bis zum Ende des Grunddurchgangs auch nicht ändern wird. 

HCB Südtirol Alperia
Die Füchse konnten sich zuletzt gegen Dornbirn in der Overtime durchsetzen, in der Runde davor musste man gegen den KAC eine 0:3 Schlappe hinnehmen. Davor konnte man allerdings vier Siege in Serie feiern, dazu verlor man nur zwei der letzten dreizehn Partien, man ist also „on fire“. Wieder einmal überzeugen die Südtiroler mit einem starken Kollektiv, dass die Mannschaft von Clayton Beddoes derzeit auf den zweiten Platz der Tabelle bringt. 
Auswärts ist man nach den Bullen das beste Team, 17 Punkte aus elf Spielen stehen zu Buche, in der Eiswelle Bozen holte man bisher starke 20 Zähler.
Hexer Leland Irving zeigte sich zuletzt immer besser in Form, mittlerweile hält er bei einer Fangquote von 91.5%, sein Backup Justin Fazio zeigte bei zwei Auftritten ebenso sein Können. 
Sebastien Sylvestre ist mit zwölf Toren und acht Assists der beste Scorer des Teams, Anthony Bardaro (18 Punkte), Colton Hargrove (15), Brett Flemming (13) oder James Arniel (12) zeigen das gute Mannschaftsgefüge der Füchse. 
Zuletzt musste man aufgrund einer Verletzung von Brett Flemming nachrüsten, man verpflichtet den 33-jährigen Slowenen Luka Vidmar. 
Bleibt Bozen auch in den nächsten Spielen so erfolgreich, darf man wohl auch dieses Jahr mit dem Play-Off planen, es wäre in der 7. Saison das ebenso vielte Antreten in der Post Season. 

spusu Vienna Capitals
Zusammen mit dem HC Bozen hat man 37 Punkte auf dem Konto und liegt auf dem 3. Tabellenplatz, auf die Verfolger KAC und Linz beträgt der Vorsprung aber nur einen Punkt. 
Mit Ty Loney ist ein Neuzugang derzeit der beste Scorer des Teams, er traf bereits acht Mal ins Schwarze und legte 13 Treffer auf. Zuletzt stark in Form zeigte sich auch Riley Holzapfel, der MVP der Saison 2016/17, gegen Znojmo gelangen ihm gleich fünf Punkte in einem Spiel, davon drei Tore. 
Nun folgen gleich vier Duelle gegen österreichische Teams, gegen die Graz 99ers, gegen Innsbruck und die direkten Konkurrenten KAC und VSV muss man je einmal ran. Hier wird sich wohl der Weg der Hauptstädter weisen, von den letzten fünf Spielen konnten ja nur zwei gewonnen werden, gegen Salzburg und den VSV verlor man allerdings erst in der Overtime. 
Die Truppe von Dave Cameron, die mit einem Schnitt von 4802 die meisten Zuseher in die eigene Halle locken kann, ist auf alle Fälle wieder in heißer Kandidat für eine direkte Qualifikation für die Play-Offs. 

EC KAC 
Der Vorjahresfinalist legte zwischen dem 04.10. und dem 25.10. eine stolze Serie von sechs Siegen in Serie hin, danach folgten allerdings drei Pleiten in vier Spielen. Zuletzt hatten die Klagenfurter neben dem letzten Auftritt in Salzburg gleich drei Heimspiele in Serie, während man den direkten Konkurrenten aus Bozen (3:0) und Wien (8:3) die Grenzen aufzeigte, musste man sich Innsbruck mit 2:3 geschlagen geben. Man befindet sich derzeit im Fünfkampf um die Plätze zwei bis sechs, leicht wird es für die Rotjacken da in den nächsten Wochen nicht, gegen den Tabellenführer aus Salzburg muss man noch einmal antreten, dazu muss man zu den Konkurrenten aus Bozen und Wien. 
War es letzte Saison noch Lars Haugen, der eine überragende Statistik aufweisen konnte, tut dies in dieser Spielzeit David Madlener, er absolvierte zehn Spiele und hat einen GAA von 1.24 dazu eine Fangquote von 9375%, Petri Matikainen kann sich derzeit also auf den Österreicher im Kasten verlassen.
Wirft man einen Blick auf die Scorerliste, zeigt sich hier ein Gleichgewicht in der Mannschaft des KAC, Matt Neal, Thomas Hundertpfund, Andrew Kozek, Johannes Bischofberger, Nick Petersen, Thomas Koch und David Fischer haben zwischen 11 und 16 Punkten. 
Diese Ausgewogenheit wird es sicher auch in der nächsten Phase der Meisterschaft brauchen, wer die Klagenfurter kennt weiß, dass man gerade dann da ist, wenn es darauf ankommt. 

EHC Liwest Black Wings Linz
Seit der letzten Runde in den Top fünf befinden sich die Stahlstädter, auf den VSV hat man einen Vorsprung von einem Zähler, mit dem KAC ist man punktegleich, dazu fehlen auf Zweiten Bozen nur zwei Zähler. 
Bei der Truppe von Tom Rowe lief es zuletzt recht gut, vier Siege gab es in den letzten fünf Spielen, dazu holte man 20 von 247 möglichen Punkten seit dem 27.10.. 
66 Treffer konnten die Linzer bisher erzielen, 28 davon verteilen sich auf das Trio Rick Schofield, Brian Lebler und Marek Kalus, die auch diese Spielzeit starke Leistungen zeigen. Dazu gibt David Kickert das Vertrauen, das vor der Saison in ihn gesetzt wurde, bisher absolut zurück, 93.2% derzeit seine Fangquote, er ist damit die Nummer drei der Liga. 
Von den nächsten sechs Spielen müssen die Black Wings gleich vier auswärts antreten, in fremden Stadien holte man bisher 15 Punkte in zehn Spielen, bleibt man hier so konstant, wird man auch im Rennen um einen fixen Play-Off Platz dabei bleiben. 
Ein großes Plus haben die Stahlstädter weiterhin zu Hause, 4483 Zuschauer besuchen im Schnitt die Heimspiele in der Keine Sorgen EisArena. 

EC Panaceo VSV
Letzte Saison war für die Villacher eine Spielzeit zum Vergessen, nachdem Grunddurchgang war man abgeschlagen auf dem 11. Tabellenplatz, in der Qualifikationsrunde konnte man die Saison auch nicht mehr retten. Vieles wurde verändert, mit Jyrki Aho schwingt nun ein neuer Mann das Zepter, bisher stellen sich die Veränderungen als absolut positiv heraus, nun wurde auch das Ziel klar definiert, man möchte sich direkt für das Play-Off qualifizieren.
Das scheint auch durchaus möglich zu sein, mit 22 Punkten aus zehn Spielen ist man zu Hause die zweitstärkste Mannschaft, auswärts beginnt es nun auch zu laufen, in den letzten vier Partien holte man drei Siege, zuletzt in Graz konnte Keeper Brandon Maxwell ein Shutout feiern. 
Neben Maxwell zeigen sich auch die anderen Neuzugänge als Verstärkungen, Anton Karlsson beispielsweise hält bei bereits 14 Volltreffern, dazu zeigen auch Jerry Pollastrone oder Jamie Fraser, beide bereits letzte Saison in Villach, dass der VSV mit zwei Stützen verlängert hat. 
3023 besuchen im Schnitt die Heimspiele des VSV, man holt mit den derzeitigen Leistungen die Fans zurück in die Halle, mit diesem Aufwind sind die Adler ein heißer Anwärter auf einen Top fünf Platz. 

HC Orli Znojmo
Die Adler aus Tschechien legten einen starken Start in die Saison hin, in den ersten sieben Spielen gab es vier Siege, dazu holte man 14 von 21 möglichen Punkten. Seither ist es ein Auf und Ab bei der Truppe von Mirsolav Frycer, zuletzt konnte man sich gegen Fehervar mit 4:3 und gegen den VSV mit 5:3 durchsetzen, man rangiert damit auf dem 7. Platz der Tabelle, sechs Punkte fehlen momentan auf einen direkten Play-Off Platz, man hat allerdings bereits eine Partie mehr ausgetragen als die sechs Teams vor ihnen.
Mit Anthony Luciani hat man den zweitbesten Scorer der Liga im Team, ihm gelangen bereits 10 Treffer, dazu assistierte er bei 19 weiteren Toren. Auch Tomas Svoboda zeigt mit 22 Punkten auf. Mit 70 geschossenen Toren liegen die Adler auf dem 2. Platz, allerdings hat man auch schon 74 Treffer erhalten, ein Wert, den es sicher noch zu verbessern gilt. 
In den nächsten fünf Runden könnte sich der Weg bereits weisen, man muss gleich viermal auswärts antreten, davon einmal beim direkten Konkurrenten aus Graz, ebenso muss man nach Dornbirn und Innsbruck. Mit 15 Zählern aus zehn Spielen ist man in fremden Stadien das viertbeste Team, die Tschechen dürfen also hoffen, weiterhin im Kampf um die Top 5 zu bleiben. 

Moser Medical Graz 99ers
Mit 28 Punkten liegen die Grazer momentan auf dem 8. Tabellenplatz, acht Zähler fehlen derzeit auf einen direkten Play-Off Platz. Dieser wird für die Steirer nicht leicht zu erreichen sein, man ist weiterhin vom Verletzungspech verfolgt. 
Zuletzt musste man mit Oliver Dackell einen neuen Torhüter holen um Thomas Höneckl, der derzeit Nummer eins bei den 99ers ist und seine Sache gut macht, zu entlasten, Cristopher Nihlstorp fällt noch bis Jahresende aus. Dazu gesellten sich zuletzt auch Dominik Grafenthin auf die Liste der Verletzten, retour kam dafür Matt Garbowsky. Für ihn musste nun Colton Yellow Horn weichen, der nach seiner Verletzung nie richtig in Fahrt kam. 
Generell haben die Murstädter in einigen Bereichen Aufholbedarf, mit 50 geschossenen Toren liegt man hier nur auf dem 10. Platz, dazu ist auch das Powerplay noch nicht die Waffe, die es im Vorjahr war. 
Oliver Setzinger (0 Tore) oder Sebastian Collberg (1 Tor) haben nach Verletzungen auch noch Luft nach oben, Ken Ograjensek (14 Punkte) oder Daniel Oberkofler (7 Tore) müssen derzeit in die Presche springen.
Kann sich die Truppe stabilisieren und einspielen, könnte man um die direkte Play-Off Qualifikation noch mitmischen, ansonsten wird man das Glück wohl in der Qualifikationsrunde suchen müssen. 

Hydro Fehervar AV 19
Durch den Sieg am Dienstag in Innsbruck beträgt der Rückstand auf den 5. Platz weiterhin elf Punkte, man hat allerdings bereits ein Spiele mehr ausgetragen als die meisten anderen Teams.
Nach einem guten Start in die Saison folgten sechs Pleiten am Stück, ehe man vier Siege in Serie feiern konnte. Zuletzt gab es aber wieder mehr Niederlagen als Siege, sechs Punkte holte man aus den letzten sieben Partien. 
Richtungsweisend für die Teufel aus Ungarn werden die nächsten vier Spiele, hier trifft man zweimal auf Bozen, je einmal muss man gegen Graz und Villach ran. Soll es noch mit der direkten Qualifikation für das Play-Off klappen, sind hier wohl Siege Pflicht.
Zuletzt gut in Form zeigte sich Andrew Yogan, in den letzten sieben Spielen gelang ihm zumindest immer ein Punkt, er ist das Um und Auf im Offensivspiel von Fehervar, bereits elf Mal traf er ins Schwarze. 
Bei den Special-Teams ist das Team von Hannu Järvenpää jeweils im Durchschnitt der Liga zu finden, legen die Teufel hier wie auch in anderen Bereichen noch einen kleinen Zahn zu, könnte man im Kampf um die Top fünf noch einsteigen. 

HC TWK Innsbruck „Die Haie“
Bereits 95 Mal schlug es im Kasten der Haie ein, definitiv zu oft um einen direkten Play-Off Platz mitmischen zu können. Zuletzt wurde man dann zusätzlich vom Pech heimgesucht, gegen Fehervar fehlten mit Spurgeon, Sedivy, Lammers, Zajc, Guimond und Herbert gleich sechs Legionäre, Ausfälle, die man nicht kompensieren konnte. 
Für Rob Palin und seine Mannen wird der Weg in die Post-Season wohl über die Qualifikationsrunde führen, hierfür gilt es sich nun einzuspielen, in Vollbesetzung sind die Haie definitiv ein Kandidat für das Play-Off. 
Mit Jesper Thörnberg und Joel Broda holte man zwei Punktegaranten als Neuzugänge, dazu scoren auch John Lammers und Michael Boivin gewohnt stark. 
Auf der Goalie-Position gelang dazu zuletzt ein Coup, man verpflichtete Scott Darling, der bisher fünf Spiele absolvierte und dabei auf eine Fangquote von 88.8% kam. Fünf Spielzeiten absolvierte er in der NHL, er soll den Haien in der heißen Phase der Meisterschaft den nötigen Rückhalt geben. 

Dornbirn Bulldogs
Für die Bulldogs aus Dornbirn steht jetzt bereits fest, dass man den Weg in die Play-Offs nur über die Qualifikationsrunde finden wird, man hat elf Punkte auf dem Konto. 
Acht davon holte man in den letzten sechs Spielen, es ist also auf ein Aufwärtstrend erkennbar, seit der Verpflichtung von Kai Suikkanen als neuen Head-Coach ist im Ländle ein neuer und frischer Wind zu spüren.
Auch auf dem Spielersektor hat sich zuletzt etwas getan, man holte Keaton Ellerby für die Abwehr, er wird Antti Kaupilla ersetzen. Juha Järvenpää wurde anstelle des verletzten Rasmus Rinne für das Tor verpflichtet.
Mit 39 geschossenen Toren hinkt man hier der Konkurrenz deutlich hinterher, man erzielt weniger als zwei Treffer pro Spiel. Mit William Rapuzzi scort nur ein Fremdarbeiter verlässlich, er hält bei neun Treffern. Tamminen, Bau Hansen und Liss kommen zusammen nur auf sieben Tore, eine Baustelle, die es noch auszumerzen gibt. Aus diesem Grund wurde nun auch Olle Liss abgemeldet. Neu in Dornbirn seit bislang 9 Spielen ist dafür Tomi Körkkö- sein Try-Out Vertrag wurde bereits verlängert. Wichtig für die Bulldogs wird die Rückkehr von Evan Trupp, der vor seinem Ausfall sieben Punkte in neun Partien machte. 

 

 

Comments