Der EBEL Monats-Rückblick!

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Zwölf Runden sind in der diesjährigen Saison der Erste Bank Eishockey Liga Saison gespielt, Anlass einmal einen Blick auf die elf Vertreter zu werfen, wo läuft es bereits rund, welche Mannschaften haben noch Aufholbedarf. Chris Knöbl mit der Übersicht.

KAC:
Der Meister der vergangenen Spielzeit feierte mit einem 5:0 Sieg gegen Szekesfehervar einen erfolgreichen Saisonauftakt, danach geriet man aber etwas ins Wanken, es folgten drei Niederlagen am Stück, ehe man gegen Innsbruck mit einem Last-Minute Tor wieder einen Dreier einfahren konnte. Nun steht man mit 21 Punkten auf dem 2. Tabellenplatz, eine Region, in der man sich auch den restlichen Grunddurchgang aufhalten möchte.
Das es zunächst nicht ganz nach Wunsch lief zeigte auch Coach Petri Matikainen, als er gegen Znojmo auf seine Stützen Adam Comrie und Nick Petersen bewusst verzichtete. Nun kommt der Rekordmeister aber langsam wieder ins Rollen, auch in der CHL war man bis zum letzten Spieltag im Kampf um den Aufstieg dabei. 
Das es noch durchaus Luft nach oben gibt wird einem auch klar, wenn man einen kurzen Blick auf die Statistiken wirft, „Hexer“ Lars Haugen steht bei einer Fangquote von 89.9%, ein Wert, der sicher noch ausbaufähig ist. Auch Nick Petersen wird an seinen 7 Punkten noch feilen, dafür springen momentan Andrew Kozek und Matt Neal in die Bresche. Aber wer den Rekordmeister kennt weiß, dass er immer punktgenau da ist, wenn es um etwas geht. 

Vienna Capitals:
Wie eigentlich immer in den letzten Jahren sind die Wiener in den vorderen Tabellenregionen zu finden, derzeit steht man mit 20 Punkten auf dem 4. Platz der Tabelle. Man hatte im Sommer einen Aderlass an österreichischen Spielern (Nödl, Schneider, Nissner) zu verzeichnen, dazu fehlt ja auch Raffael Rotter verletzt, dennoch zeigen die „Caps“, dass auch diese Spielzeit mit ihnen zu rechnen sein wird. Mit Ty Loney hat man auf dem Transfermarkt einen guten Fang gemacht, bereits 4 Tore und 13 Punkte hat der Amerikaner zu Buche stehen, dazu zeigt neben den üblichen Garanten Holzapfel oder Olden auch Nikolaus Hartl bisher eine starke Performance.
Ausbaufähig sind sicher noch die Special-Teams, sowohl im Powerplay als auch im Penalty-Killing hat man noch Luft nach oben, dafür zeigt man sich bisher sehr fair, was sich auch in der Fairplay-Wertung zeigt. 
Zusätzlich hat man es geschafft, den schmerzhaften Abgang von JP Lamoureux zu kompensieren, Ryan Zapolski machte mit starken Leistungen auf sich aufmerksam. 

Red Bull Salzburg: 
Die Bullen starteten mit vielen Vorschusslorbeeren in die neue Saison, bisher wird man diesen auch gerecht. Keeper Jean Philippe Lamoureux schließt an seine Leistungen der alten EBEL Stationen nahtlos an, dazu erweist sich Chad Kolarik wie erwartet als absolute Verstärkung.
Nachdem Karriereende von „Leitwolf“ Matthias Trattnig übernahm Thomas Raffl das Amt des Kapitäns, dieses scheint ihn förmlich zu beflügeln, bereits 12 Tore hat er zu Buche stehen, dazu harmoniert er bestens mit Raphael Herburger und John Hughes, alle drei Cracks sind in den Top 5 der Punkteliste zu finden.
Auch die Special-Teams sind in den ersten zwölf Runden eine absolute Waffe, vor allem vor dem starken Powerplay müssen sich die Gegner momentan in Acht nehmen.
Spielen die Salzburger so weiter, sind sie wohl einer, wenn nicht sogar der größte Titelfavorit der Spielzeit 2019/20.

Graz 99ers:
Vergangene Saison feierte man mit dem Erreichen des Halbfinales und dem damit verbundenen Überstehen einer Play-Off Runde den bisher größten Erfolg der Klubgeschichte. Im Sommer hielt man beinahe die gesamte Mannschaft zusammen, man verstärkte sich punktuell. In der Vorbereitung und den ersten Spielen in der CHL zeigte man bereits, dass man auch diese Saison ein gutes Team auf dem Eis hat.
Dann kam aber das Heimspiel gegen Frölunda, wo sich mit Colton Yellow Horn und Neuzugang Sebastian Collberg gleich zwei Spieler schwerer verletzten. Mittlerweile stehen wieder beide Cracks auf dem Eis, dennoch wird es noch Zeit brauchen, bis die Grazer wieder eingespielt sind, mit Charlie Dodero holte man zusätzlich noch einen Neuen, da mit Matt Garbowsky der nächste Spieler länger ausfällt. 
Dennoch verläuft die bisherige Saison zufriedenstellend, man holte bisher 18 Punkte, gleichbedeutend mit dem 5. Tabellenplatz. Sind die Murstädter wieder komplett, werden sie wohl erneut eine tragende Rolle spielen.

Black Wings Linz:
Die Spielzeit 2018/19 hatten sich die Stahlstädter wohl anders vorgestellt, bereits im Viertelfinale scheiterte man an den 99ers, man kam über die gesamte Saison nie richtig in Tritt. Tom Rowe ersetze Coach Troy Ward während der Saison, er schwingt nach wie vor das Zepter in Linz.
Diese Spielzeit läuft es nun deutlich besser, man steht mit 13 Punkten auf dem 8. Platz der Tabelle, man hat allerdings am wenigsten Spiele aller Klubs ausgetragen.
Stützen wie Kapitän Brian Lebler oder Rick Schofield zeigten sich bereits gut in Form, kann man diese halten und kommen auch noch andere Cracks in Schwung, wird man die Linzer diese Saison wohl wieder länger auf dem Eis sehen. 
Auch das Vertrauen in David Kickert als Nummer eins zahlt sich aus, Stand jetzt haben die Stahlstädter hier eine gute Entscheidung getroffen. 

HC Bolzano: 
Jahr für Jahr zeigen die Südtiroler, dass sie eine starke Mannschaft haben, obwohl diese oft erst kurz vor Meisterschaftsstart steht. Auch dieses Jahr spielt man bisher pasabel, der Beginn lief zwar nicht ganz nach Wunsch, nun nimmt man aber wieder Fahrt auf. 
Mit Sebastien Sylvestre, Jamie Arniel oder Colton Hargrove konnte man erneut gute Legionäre nach Bozen holen, was sich in den Punkten der drei Herren auch niederschlägt, Sylvestre und Arniel hatten ja bereits EBEL Erfahrung. 
Kommt Bozen im Laufe der Saison so in Schwung, wie man es von den Südtirolern gewohnt ist, werden die diesjährigen Play-Offs wohl wieder mit dem Team von Clayton Beddoes stattfinden.

Szekesfehervar:
Mit Michael Ouzas, Tim Campell, Mikko Lethonen, Andrew Yogan und Scott Timmins holte man gleich fünf Spieler aus der EBEL, daher waren die Erwartungen an die Teufel aus Ungarn hoch. Bisher läuft es aber noch nicht ganz rund, man konnte bisher 13 Punkte holen, wobei man in den letzten beiden Runden gegen Salzburg und Wien gewinnen konnte, man ist also im Aufwind. 
Andrew Yogan performt wie in Innsbruck und hält bei bereits 9 Saisontreffern, die restlichen Neuzugänge sind sicher noch nicht in Top-Form, vor allem bei Keeper Michael Ouzas weiß man, dass er es besser kann als die bisher erreichten Werte. 
Kommen die Cracks von Hannu Järvenpää in Schwung und kann man den Aufwärtstrend fortsetzen, sind sie sicher ein Play-Off Kandidat, man darf also gespannt sein, wie der Weg in dieser Spielzeit weitergeht. 

Znojmo:
Groß war der Umbau bei den Adlern aus Tschechien, dennoch fand man gut in die neue Spielzeit hinein, mit 16 Punkten liegt man auf Rang sieben, man ist also vorne dabei. 
Vor allem Anthony Luciani zeigte bisher groß auf, vergangene Saison erreichte er bereits 52 Punkte in 43 Spielen, nun hält er bei bereits 14 Scorerpunkten, davon 5 Treffer. Tomas Svoboda erweist sich bisher als starke Verstärkung, ebenso Petr Beranek. Der Mix im Team von Miroslav Frycer scheint zu stimmen. Macht man so weiter, wird in der 9. Saison in der EBEL die 8. Play-Off Teilnahme herausschauen. 

VSV: 
An die Spielzeit 2018/19 will man bei den Villachern wohl nicht mehr denken, rechnet man Zagreb weg, war man abgeschlagener Letzter im Grunddurchgang, in der Qualifikationsrunde konnte man die Saison auch nicht mehr retten.
Was folgte war ein großer Umbruch, mit Jyrki Aho hat man einen neuen Headcoach, Gerhard Unterluggauer ist nur mehr Sports Manager. Dazu gab es auch viele Neuzugänge auf dem Spielersektor, die sich bisher allesamt als absolute Verstärkungen erweisen. Brandon Maxwell ersetzte im Tor kurzfristig Dan Bakala, alleine dank seiner „Shows“ nach den Spielen hat er sich in die Herzen der Fans gespielt. Patrick Bjorkstarnd, Anton Karlsson oder Martin Ulmer machen bisher das, wofür sie geholt wurden, sie sorgen für Tore. Macht man in Villach so weiter, dürfte es nach drei Spielzeiten ohne Play-Off endlich wieder eine Post-Season geben.

Innsbruck:
Die Haie haben bisher wohl am meisten Minuten von allen Teams abgespult, gleich mehrere Male ging es bei Innsbruck in die Overtime, man konnte bisher einen Sieg nach 60 Minuten feiern. Daher konnte man bisher auch noch nicht so viele Punkte auf das Konto spülen, obwohl man bereits einige Siege gefeiert hat.
Joel Broda und Jesper Thörnberg erweisen sich bisher als die erwarteten starken Neuzugänge, dazu performen auch Michael Boivin und John Lammers gut. Das Problem der Haie, man bekommt zu viele Gegentreffer, mit 45 Toren ist man hier die zweitschlechteste Mannschaft.
Bekommt man die Probleme defensiv in den Griff, kann die Mannschaft von Rob Pallin noch eine entscheidende Rolle in dieser Spielzeit spielen. 

Dornbirn:
Mit Jussi Tupamäki haben die Bulldogs das erste Mal in der EBEL einen Coach, der nicht Dave MacQueen heißt. Man war gespannt, wie sich Dornbirn nun präsentieren wird, derzeit läuft noch wenig zusammen. Man liegt auf dem letzten Platz der Tabelle, man dazu die wenigsten Tore geschossen und die meisten erhalten. 
Auf zwei Spieler ist in Vorarlberg derzeit Verlass, Evan Trupp und Emilio Romig produzieren, das ist aber für Erfolg noch zu wenig. Die dünne Personaldecke kritisieren viele Fans der Bulldogs, die sich hier noch Veränderungen wünschen.
Inwieweit das möglich ist, wird man sehen, es wird aber eine harte Saison für die Dornbirner, die aber auch bei einem schlechten Abscheinden im Grunddurchgang über die Qualifikationsrunde die Möglichkeit haben werden, in die Post-Season einzuziehen. 

 

 

 

 

 

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