Backstage-Story: Ein Blick hinter die Kulissen der Frölunda Indians

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Sie zählen zu den besten Teams in Europa, sind aktueller schwedischer Meister und Titelverteidiger in der Champions Hockey League. Die Rede ist von den Frölunda Indians. Wir haben uns bei dieser Top-Organisation ein wenig umgesehen und waren absolut erstaunt, wie toll Frölunda tatsächlich aufgestellt ist. Ein Bericht von Benjamin Grundauer.

Die Indians hatten heuer auch mit Österreich einen Berührungspunkt, denn sie standen in einer Gruppe mit den Moser Medical Graz99ers im Zuge der Champions Hockey League. Frölunda musste sich den Steirern zuhause auch noch im ersten Spiel geschlagen geben, auswärts revanchierte man sich anschließend.

Der Verein selbst ist nach einem Göteborger Stadtteil benannt und wurde 1965 zum ersten Mal schwedischer Meister. Zwischenzeitlich stiegen die Indians 1984 sogar aus den Elitserien ab , ehe es 6 Jahre später zum Wiederaufstieg kam. Die Heimspiele im Zuge der Champions Hockey League fanden in Frölundaborg statt, in der SHL werden die meisten Partien im Scandinavium ausgetragen.

Die Indians haben natürlich auch ein dementsprechendes Budget, um tolle Eishockeyspieler zu produzieren und das Eishockey in Europa zu prägen. So hatte man laut einem Bericht der Indians selbst, in der Saison 2016/2017 einen Umsatz von 147 Millionen Euro.

Welten dazwischen
In Österreich selbst kann mit der Infrastruktur der Indians wohl nur Red Bull Salzburg mithalten. Die Räumlichkeiten in Frölundaborg waren sprichwörtlich ein „Wahnsinn“ und auch die Möglichkeiten für die Spieler fantastisch. Vor allem muss man bedenken, dass Frölundaborg nur als Trainingshalle genutzt wird. Das Fassungsvermögen liegt dennoch bei 7600 Zusehern.

So gibt es neben der geräumigen Kabine, direkt dahinter noch eine Art „Relax-Zone“, die eher wie ein kleines Appartment aussieht, als eine Zusatzkabine. Anschließend geht man über einen Gang in das eigene Fitnesszentrum, das direkt an die Kabinen anschließt.

Sogar die U20 hat eine eigene, große und geräumige Kabine. Das Logo der Indians ist fast überall plakativ zu sehen. Einen Stock drüber befinden sich die Büros des Managements. Wie man am Bild sehen kann, besteht auch dieses Team aus über 20 Mitarbeitern, dementsprechend viele Büros werden benötigt. Die Mannschaft bekommt am Tag drei Mal zu Essen, so gibt es für die Spieler im obersten Stock eine eigene Küche.

Und nicht nur in Schweden war die Infrastruktur beeindruckend, sondern auch beim Auswärtsspiel in Graz. Die Indians haben ihre Equipmentmanager bereits zwei Tage bevor die Mannschaft nach Österreich kam nach Graz geschickt. So gab es eine Begutachtung und die Kabine wurde adaptiert. Wie man den Bildern entnehmen kann, haben die Indians auch auswärts auf jedem Platz den Namen des jeweiligen Spielers angeheftet, sowie ihren eigenen „Kleiderschrank“ mit nach Österreich genommen. In der Kabine wurde eine riesige Frölunda Flagge gehisst, wie auch die schwedische Flagge. Typisch Schweden eben.

Das war ein kleiner Ausflug zu einer Top-Profimannschaft, die über ein dementsprechendes Budget verfügt, um auch international für Furore zu sorgen. Man darf auch nicht vergessen, dass die Indians jährlich Top-Spieler für die NHL aber auch die SHL herausbringen. Im Sommer bereiten sind in Frölunda auch die NHL-Stars immer wieder auf die neue Saison vor. Es ist aber augenscheinlich, dass Frölunda sich in einer anderen Welt bewegt und man in diesem Bereich in Österreich teilweise meilenweit entfernt ist.

 

 

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