Alexander Kutzer:“Die Playoffs sind weiterhin das Ziel“

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RH hat sich auf die Reise nach Vorarlberg begeben und sich hier mit Dornbirn´s GM Alexander Kutzer getroffen. Kutzer spricht dabei über die Ablöse von Tupamäki, die Sommer-Transfers und die weiteren Ziele.

Die Bulldogs haben sich an der Bande für einen neuen Weg entschlossen. „Die Entscheidung ist Hand in Hand gegangen mit dem neuen Reglement der Liga. Seit dem Jahr 2012 setzen wir im Verein sehr stark auf finnische Trainer. Die Nachwuchsleiter in den letzten Jahren waren außerdem alles Finnen, sowie die Coaches die in der AlpsHL beim EC Bregenzerwald (Anm.Red. Farmteam der Bulldogs) engagiert waren. Die jungen Spieler von damals, die beim EBEL-Einstieg noch in der Jugend spielten, sollten nun die Chance in der ersten Mannschaft erhalten. Diese Jungs haben aber mehr das finnische System gelernt und so entstand die Idee, auch beim Trainer der EBEL-Mannschaft in diese Richtung zu gehen. Aber damit will ich nicht sagen, dass Dave MacQueen nicht mit dem Nachwuchs gearbeitet hat, im Gegenteil. Von seinen, in den letzten 7 Jahren aufgebauten Strukturen, werden wir noch lange profitieren.

Jussi Tupamäki übernahm zu Saisonbeginn die Bulldogs, nachdem er bereits 2017/2018 das Farmteam von Dornbirn coachte und auch Fitnesscoach vom EBEL-Team war. Das war eben auch der Grund, warum GM Alexander Kutzer dem Finnen eine Chance als Headcoach gab. Das vorgetragene Konzept hatte Kutzer überzeugt. „Er kannte durch seine Tätigkeiten einige junge Spieler, dadurch entwickelte sich auch diese Idee. Wir wussten aber, dass wir neben Jussi auch noch eine erfahrene Person als Co-Trainer verpflichten müssen. So haben wir Markku Kyllönen zusätzlich unter Vertrag genommen, um auch die notwendige Erfahrung an Bord zu haben. Eine Vorgabe war, dass beide Trainer bereits im Mai kommen müssen und sie haben wirklich von Mai weg, jeden Tag zwei bis drei Trainings mit den Jungen absolviert. Waren zwei Mal pro Woche auch auf dem Eis. Wenn wir die Fitnesswerte jetzt mit denen der letzten Jahre vergleichen, waren unsere Jungs mit den top drei Ausländern auf einem Niveau. Es hat hier wirklich alles toll geklappt.“

Anschließend wurde versucht, eine Mannschaft aufzubauen. Diese Agenden Lagen bei Rick Nasheim als Scout und Jussi Tupamäki die über den Sommer versuchten, eine schlagkräftige Truppe zu formen, aber auch Spieler zu verpflichten, die mit jungen Spielern spielen wollen. Und noch wichtiger, den Jungen auch in ihrer Entwicklung Zeit geben.“

„Die ersten Vorbereitungsspiele haben gut ausgesehen, bis die ersten Verletzungen gekommen sind. Wir mussten gleich einmal in der Verteidigung, wo wir damals schon dünn besetzt waren, zwei Spieler verletzt nachhause schicken. Und Anfang September ist es schwer, richtige Qualität zu finden.“ GM Kutzer konnte hier erst im November nachlegen und das Line-Up richtig auffüllen.

„Das Problem war aber nicht nur, dass der Markt nicht viel her gab, sondern auch generell die Verletzungen oder Erkrankungen. Gartner zum Beispiel hat gleich zu Beginn ein Virus flachgelegt. Die Spieler haben dann zu Saisonbeginn nach den ersten Niederlagen das Selbstvertrauen verloren und sind in eine Spirale geraten, wo es nur schwer ist, wieder rauszukommen.“

Tupamäki hatte auch das Pech, dass teilweise die Trainingseinheiten nie wirklich komplett absolviert werden konnten. „Das ist keine Ausrede, aber doch ein wichtiger Faktor. Es ist für einen Trainer natürlich wichtig, dass er mit dem Team über einen längeren Zeitraum komplett trainieren kann. Es gab keine 10 Trainings, wo die ganze Mannschaft auf dem Eis stand.“

Die Bulldogs haben sich anschließend für einen anderen Weg entschieden und sich von Jussi Tupamäki getrennt. „Er hat von dieser Entscheidung wirklich nichts gewusst. Ich bin am Mittwoch runter in die Kabine und habe ihm die Entscheidung mitgeteilt. Es sind natürlich alle aus den Wolken gefallen, mit dieser Entscheidung hatte niemand gerechnet. Weil sie eigentlich auch nichts falsch gemacht hatten, die Jungen haben sich ja gut entwickelt. Aber durch die Verletzungen konnten die Schlüsselspieler einen gewissen Druck nicht ausgleichen und irgendwie mussten wir der Mannschaft den Druck auch nehmen.“

An der Stelle von Tupamäki steht nun Kai Suikkanen hinter der Bande. Der 60-Jährige bringt natürlich sehr viel Erfahrung mit nach Dornbirn und kennt vor allem diese Tabellensituation sehr genau. So führte er die Füchse vom Tabellenende bis zum Meistertitel. Das Ziel in Dornbirn ist klar:“Die Playoffs sind weiterhin das Ziel“, so Kutzer.

Neben Suikkanen waren auch andere, klingende Namen im Gespräch. „Es waren für mich mehrere Coaches sehr interessant, wir waren aber der Meinung, wir nehmen jemanden, der auch die Liga kennt. Suikkanen kennt die Liga und wollte gerne kommen.“

Junge Spieler sollten kommen
In der Off-Season hat man auch versucht, junge Spieler nach Dornbirn zu lotsen. Mit Emil Romig kam zumindest ein vielversprechendes Talent nach Vorarlberg.

„Wir wollten eine junge, hungrige Truppe haben. Auch bei den ausländischen Spielern. Emil Romig ist einer der Führungsspieler im Team und auch die anderen jungen Spieler nehmen eine gute Rolle ein. Wir versuchten natürlich im Sommer bereits, weitere Österreicher nach Dornbirn zu bringen. Aber ich verstehe natürlich auch die Jungs, wenn sie zu Top-Teams in der EBEL wechseln wie zum Meister. Bei uns hätten sie aber vielleicht eine andere, verantwortungsvollere Rolle eingenommen.“

Auch abseits vom Eis tut sich etwas in Dornbirn. Eine Tribünenseite wird abgerissen und Nachwuchskabinen werden installiert. Das erste Mal in 18 Jahren können die Kinder von 4-17 Jahren in Zukunft ihre Taschen in der Halle lassen. Das ist ein Meilenstein in Dornbirn in der Entwicklung. Und es kommt auch eine zweite Eisfläche, was Existenzwichtig ist.“

Für die Bulldogs heisst es nun weiter Punkte sammeln und spätestens in der Qualifikationsrunde haben die Vorarlberger dann die Chance, doch noch auf den Playoffzug aufzuspringen.

 

Bild: cdmediateam

 

 

 

 

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