Befreiungsschlag in Washington: Dallas Stars finden gegen die Capitals aus der Krise

Für die Dallas Stars ist der Bann gebrochen. Nach einer zermürbenden Serie von sechs Niederlagen in Folge konnte die Mannschaft im Auswärtsspiel gegen die Washington Capitals endlich wieder jubeln. Mit einem verdienten 4:1-Erfolg in der Capital One Arena meldete sich das Team eindrucksvoll zurück und beendete die Negativspirale, die seit Weihnachten an den Nerven von Spielern und Fans gezehrt hatte. Mann des Abends war zweifellos Sam Steel, der mit einem Treffer und einer Vorlage maßgeblichen Anteil daran hatte, dass die zwei Punkte mit nach Texas reisten. Auch Torhüter Casey DeSmith erwies sich als sicherer Rückhalt und entschärfte 23 Schüsse der Hausherren.

Rückkehr zur alten Identität

Der Cheftrainer der Stars, Glen Gulutzan, zeigte sich nach der Partie sichtlich erleichtert. Es habe eine Weile gedauert, bis das Team nach den Feiertagen wieder festen Boden unter den Füßen gefunden habe, analysierte er treffend. Besonders die Defensive stand zuletzt massiv in der Kritik, da man regelmäßig vier oder mehr Gegentore kassierte – eine Hypothek, die in dieser Liga kaum zu begleichen ist. In Washington jedoch besann sich die Mannschaft auf ihre defensiven Qualitäten. „Wir haben ein wenig zu unserer Identität zurückgefunden“, resümierte Gulutzan. Das Rennen auf drei Tore zu begrenzen und am Ende nur eines zuzulassen, sei genau das Rezept, das man benötigt habe.

Den Grundstein für den Erfolg legte Radek Faksa bereits früh im ersten Drittel. Kurioserweise fiel der Führungstreffer in Unterzahl: Nachdem Washingtons Keeper Logan Thompson den ersten Schuss noch parieren konnte, verlor er vor dem eigenen Gehäuse kurzzeitig die Orientierung, was Faksa eiskalt ausnutzte. Ein klassischer Fehlstart für die Capitals, wie auch deren Coach Spencer Carbery unumwunden zugab. Gegen ein defensiv so starkes Team wie Dallas sei ein früher Rückstand eine Bürde, die man nur schwer wieder abschütteln könne.

Ovechkins Frust und die Tabellensituation im Osten

Auf der Gegenseite herrschte Katerstimmung, obwohl Alex Ovechkin seine persönliche Statistik aufpolieren konnte. Der Kapitän der Capitals erzielte im dritten Drittel sein drittes Tor in zwei Spielen und verhinderte damit immerhin den Shutout von DeSmith. Doch der Treffer zum 1:3-Zwischenstand war letztlich zu wenig. Ovechkin sparte nach dem Spiel nicht mit Kritik an der eigenen Mannschaft und bemängelte vor allem die Fehler im neutralen Drittel sowie die fehlende Unterstützung im Forechecking.

Ein Blick auf die aktuelle Tabelle der Eastern Conference verdeutlicht den Ernst der Lage für Washington. Mit nun 50 Punkten aus 44 Spielen rangieren die Capitals lediglich auf Platz sieben. Zwar ist der Anschluss an die Spitze noch nicht gänzlich abgerissen, doch der Druck wächst. Ganz oben thronen die Tampa Bay Lightning und die Carolina Hurricanes mit jeweils 55 Zählern, wobei Tampa Bay aufgrund der besseren Tordifferenz von +34 die Nase vorn hat. Dicht dahinter lauern die Montréal Canadiens und die Detroit Red Wings mit 54 Punkten. Dass das Feld im Osten enorm eng beisammen liegt, zeigt auch der Blick nach unten: Die Pittsburgh Penguins und Buffalo Sabres sind mit 49 bzw. 48 Punkten in direkter Schlagdistanz zu den Capitals. Jeder Ausrutscher, wie jener gegen Dallas, kann nun fatale Folgen für die Playoff-Ambitionen haben.

Dallas festigt Position im Westen

Ganz anders stellt sich die Situation für die Dallas Stars in der Western Conference dar. Durch den Sieg in Washington konnte man das Punktekonto auf 60 Zähler schrauben und den zweiten Tabellenplatz festigen. Der Vorsprung auf die drittplatzierten Minnesota Wild, die bei 58 Punkten halten, bleibt damit gewahrt. Allerdings scheint der Platz an der Sonne derzeit vergeben: Die Colorado Avalanche spielen in einer eigenen Liga. Mit beeindruckenden 69 Punkten und einer furchteinflößenden Tordifferenz von +70 dominiert Colorado den Westen fast nach Belieben.

Für Dallas war dieser Sieg dennoch essenziell, um sich vom breiten Mittelfeld abzusetzen. Teams wie die Vegas Golden Knights oder die Edmonton Oilers stehen bei 48 Punkten und müssen eher nach unten schauen, wo Mannschaften wie Seattle und San Jose noch nicht aufgegeben haben. Am Tabellenende des Westens sieht es hingegen düster für die St. Louis Blues und die Vancouver Canucks aus, die mit 42 bzw. 37 Punkten und katastrophalen Tordifferenzen von -43 und -28 den Anschluss an die Musik weitgehend verloren haben. Das 4:1 gegen Washington war für Dallas somit mehr als nur ein Sieg – es war ein wichtiges Signal an die Konkurrenz, dass mit den Stars trotz der jüngsten Schwächephase weiterhin fest zu rechnen ist.

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