Die College-Eishockey-Trainer sudern derzeit ordentlich, und wenn man sich die Pläne der Liga anschaut, durchaus zurecht. Die NCAA brütet über einer neuen Regelung zur Spielberechtigung, die schon im Juni durchgewunken werden könnte und den Weg der jungen Burschen von den Junior-Programmen an die Unis komplett auf den Kopf stellen würde.
Geplant ist ein altersbasiertes Modell: Fünf Jahre Spielberechtigung für die Athleten, und man hat genau fünf Jahre Zeit, das Ganze durchzuziehen. Nix mehr mit Redshirt-Saisonen, keine Ausnahmen mehr wegen Verletzungspech. Stattdessen ein Einheitspreis-Modell, von dem sich die Funktionäre erhoffen, dass es bei zukünftigen Klagen vor Gericht einfach wasserdichter ist.
Der „One-Size-Fits-All“-Schmäh funktioniert auf dem Eis nicht
Hört man sich bei den Eishockey-Trainern und Managern um, merkt man schnell: Dieser Ansatz passt für ihren Sport absolut gar nicht. Das Hauptproblem liegt darin, wann genau die Uhr für diese Fünfjahresfrist zu ticken beginnt. Wenn das Gremium den Vorschlag am 22. Mai nochmals durchkaut und im Juni tatsächlich fixiert, startet die Spielberechtigung beim ersten dieser drei Stichtage:
-
Der High-School-Abschluss (vergleichbar mit unserer Matura).
-
Das erwartete Abschlussdatum basierend auf dem ersten High-School-Jahr. Das soll verhindern, dass die Burschen ihren Abschluss einfach taktisch ein Jahr nach hinten verschieben.
-
Der 19. Geburtstag des Spielers.
Für den College-Football mag das ja wie die Faust aufs Auge passen, fürs Eishockey ist es ein ziemlicher Holler. Bislang gab es hier immer eine dreijährige Ausnahmeregelung. Die meisten Eishockey-Programme stützen sich massiv auf Spieler, die davor ein bis drei Jahre in Junior-Ligen verbracht haben und dann erst mit 19, 20 oder 21 ans College kommen. Traditionell war das die United States Hockey League (USHL) oder die North American Hockey League (NAHL), mittlerweile sind aber auch Spieler aus der Canadian Hockey League (CHL) zugelassen.
Gelten würde das neue Regelwerk ab dem High-School-Abschlussjahrgang 2026. Wer davor fertig wird, fällt noch unter die alten Regeln und bekommt kein fünftes Jahr Spielberechtigung geschenkt.
Bei der Tagung der American Hockey Coaches Association in Bonita Springs Ende April schäumten die Trainer förmlich vor Wut. Brett Larson, der Coach der Gophers, brachte den allgemeinen Grant ziemlich treffend auf den Punkt: „Wir waren uns bei einem Thema noch nie so einig wie hier. Es ist einfach nicht gut für unseren Sport. Wir wissen, dass Eishockey ein bisschen ein Ausreißer ist, da wir eine der wenigen Sportarten mit verzögerter Einschreibung sind. Ich hab große Bauchschmerzen, dass die Kids wegen dieser Sache die High School früher verlassen wollen, als sie sollten. Und ich will absolut nicht, dass das aufs High-School-Eishockey in Minnesota abfärbt.“
Vom College-Drama zu den NHL-Finals
Während man sich im Nachwuchsbereich also die Köpfe einschlägt, geht es bei den Profis ans Eingemachte. Die NHL-Finals stehen vor der Tür und nach der ewigen Warterei gibt’s endlich fundierte Previews, die beide Teams im direkten Vergleich unter die Lupe nehmen. Man fühlt sich jetzt jedenfalls ausreichend vorbereitet.
Ein Thema, das auch heuer wieder aufkocht: die Carolina Hurricanes. Gefühlt sagen wir – also die kollektive Eishockey-Welt – seit Jahren „Heuer ist ganz sicher das Jahr der Canes“, nur damit sie am Ende dann doch wieder kurz vor dem großen Wurf stolpern. Aber vielleicht ist dieses Jahr ja tatsächlich ihr Jahr.
Für den Sommer und die Zeit nach den Finals gibt es auch schon die ersten pikanten Details. Die NHL hat die neuen Kompensationsstufen für Offer Sheets veröffentlicht. Einen Spieler via Offer Sheet wegzuschnappen, ist so ziemlich die schärfste Art der Verpflichtung, die der Markt hergibt.
Apropos Markt und Teamplanung: Schauen wir kurz auf die Flyers. Wer hätte gedacht, dass der junge Alex Bump in dieser Saison so positiv aufzeigt? Eine absolute Überraschung. Weniger entspannt ist da Dan Vladar. Der hat nach diesem viel zu kurzen Playoff-Abstecher ordentlich Wut im Bauch, und diesen Grant wird er wohl den ganzen Sommer über mitschleppen, bis es nächste Saison wieder losgeht. Da stellt sich unweigerlich die Frage, ob die Flyers den guten „Danny Vladdy“ in der Offseason überhaupt verlängern sollen. Und wenn ja, was der Spaß kosten darf.
Und wenn wir schon beim Thema Neuverpflichtungen sind: Trevor Zegras will anscheinend unbedingt ein Flyer sein. Eigentlich spricht also absolut nichts dagegen, dass er für eine lange, lange Zeit das Trikot der Flyers trägt.
Wer den Blick lieber auf den allerjüngsten Nachwuchs richtet, sollte das Draft-Board im Auge behalten. Ein schwedisches Ausnahmetalent aus der SHL drängt sich da gerade als potenzieller Superstar auf. Und wer statt steriler Rankings lieber handfeste Szenarien hat, für den gibt es heuer auch wieder frische Mock Drafts, die ordentlich Raum für Spekulationen lassen.