Da ist sie also abgerissen, die hochgelobte Rekordserie der Kölner Haie. Kurz vor der anstehenden Olympiapause haben sie in der DEL noch mal schnell eine ordentliche Watschn kassiert und eine Niederlage einstecken müssen. Eine etwas zache Partie, aber so ist das oft vor großen Unterbrechungen, wenn die Köpfe vielleicht schon halb im Flieger sitzen. Und apropos Unterbrechungen: Wer sich jetzt am Wochenende auf geballte Playoff-Action in der NHL gefreut hat, schaut leider ein bisserl durch die Finger. Kein Playoff-Eishockey am Freitag, keines am Sonntag. Es ist genau diese komische Zeit im Jahr, wo der Spielplan plötzlich Aussetzer hat und man sich fragt, was man mit dem Abend anfangen soll.
Rookie-Träume und ein trauriger Abschied
Drüben bei den Islanders redet ohnehin jeder nur noch über Matthew Schaefer. Der Bursche hat gerade die Calder Trophy abgeräumt, und seine Teamkollegen kommen aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Wenn man sich das Q&A von kurz vor der Preisvergabe anschaut, merkt man, wie bodenständig der eigentlich geblieben ist. „Ich bin einfach nur froh, ein Teil davon zu sein und den Kids helfen zu können“, meinte er ganz trocken. Während man sich über den Nachwuchs freut, schauen die Scouts schon auf den kommenden Draft. Ryan Lin, ein robuster Verteidiger, den einige wohl genau für den 13. Pick auf dem Zettel haben, könnte bald die Defensivreihen ordentlich aufmischen.
Leider gab es auch ziemlich düstere Nachrichten zu verdauen. Paul Boutilier, der in den 80ern unter anderem für die Isles hinten dicht gemacht hat, ist verstorben. R.I.P. an einen echten Veteranen.
Playoff-Schlachten und rotierende Tormänner
Auf dem Eis selbst hat Vegas die Serie gegen die Ducks endgültig zugemacht. Wer das unglaubliche Breakaway-Tor von Mitch Marner gesehen hat, weiß, warum das Ticket für die nächste Runde absolut verdient ist. Ein echter Wahnsinns-Move. In der anderen Conference stehen die Canadiens nach dem Sieg in Spiel 5 in Buffalo nur noch einen einzigen Sieg vor dem Conference-Finale. Bei den Sabres brennt währenddessen spürbar der Hut, da wird fröhlich der Tormann hin und her gewechselt in der verzweifelten Hoffnung, dass irgendwer mal konstant den Kasten sauber hält. Wer auch immer am Ende das Rennen macht, darf sich auf die Hurricanes freuen. Deren GM Eric Tulsky lehnt sich aktuell wohl extrem entspannt zurück und genießt den ungeschlagenen 8:0-Lauf seiner Truppe.
Wenn hinter der Bande die Fetzen fliegen
Am wildesten geht es derzeit aber fast in den Büros der General Manager zu. Es war ja schon durchgesickert, dass Edmonton bei Vegas angeklopft hat, um ganz offiziell mit Bruce Cassidy zu plaudern. Jetzt ist es fix: Die Oilers haben Kris Knoblauch tatsächlich gefeuert. Er konnte sich scheinbar nie von dieser kuriosen Wurfblockade erholen, die ihn ironischerweise daran hinderte, zielgenau zur ersten Base zu werfen. Ein völlig absurder Grund für einen Eishockey-Coach, aber dieser Sport schreibt manchmal seine eigenen, wirren Gesetze. Jetzt hofft man in Alberta inständig, dass der neue Trainer irgendwie das Wunder vollbringt und Connor McDavid überreden kann, nicht das Weite zu suchen.
Etwas weiter westlich gibt es dafür ein ziemliches Nostalgie-Comeback: Die Sedin-Zwillinge haben bei den Canucks wieder das Sagen, flankiert von Ryan Johnson als General Manager. Man darf wirklich gespannt sein, ob diese schwedische Magie vom Eis auch im knallharten Management funktioniert. Und in Toronto? Da wird weiter fleißig sondiert. Ganze sieben Kandidaten sollen für den Trainerposten der Leafs noch im Gespräch sein. Ein heißer Sommer für die Eishackler und ihre Bosse steht uns bevor, da braucht es fast schon diese spielfreien Tage im Playoff-Kalender, um überhaupt noch den Überblick zu behalten.