Das Timing hätte kaum besser sein können. Nur 24 Stunden nachdem Ondrej Palat von den New Jersey Devils zu den New York Islanders abgeschoben wurde, geigte der Routinier bei seinem neuen Arbeitgeber groß auf. Im prestigeträchtigen Stadtduell gegen die New York Rangers steuerten die Islanders einem souveränen 5:2-Sieg entgegen und ließen dem Stadtrivalen, der heuer ohnehin massiv schwächelt, keine echte Chance. Palat fügte sich nahtlos ein, erzielte ein Tor sowie einen Assist und wurde prompt zum „First Star“ des Abends gekürt.
Der Tscheche, der erst am 27. Jänner im Tausch gegen Maxim Tsyplakov und zwei Draft-Picks zu den „Isles“ gestoßen war, bewies sofort seinen Wert. Mit mittlerweile 877 NHL-Spielen auf dem Buckel brachte er genau die Ruhe und Routine mit, die Coach Patrick Roy von ihm erwartet hatte. Dass er dabei direkt vom Prudential Center in Newark fast ohne Umwege aufs Eis der UBS Arena stolperte, schien ihn kaum zu stören.
Powerplay und Fan-Euphorie in Elmont
Der Torreigen für Palat begann knapp fünf Minuten vor Ende des ersten Drittels, als er im Powerplay einen Direktschuss aus dem Slot unhaltbar versenkte. Die Fans in Elmont feierten ihren neuen Schützling lautstark, und nach dem Spiel durfte Palat die vereinsinterne Tradition fortführen: Er nahm die „Iron Man“-Maske für den besten Spieler des Spiels entgegen. Auch beim Endstand zum 5:2 hatte er seine Finger im Spiel, als er kurz vor der zweiten Pause den Treffer von Emil Heineman vorbereitete.
„Für das erste Spiel war das eine ordentliche Leistung der ganzen Mannschaft“, gab sich Palat gegenüber NHL.com bescheiden. Er betonte dabei besonders die Chemie mit seinen Linienkollegen Bo Horvat und Heineman, die ihm den Einstieg extrem erleichtert hätten. Während Palat bei den Devils in dieser Saison eher glücklos agierte und lediglich zehn Punkte sammelte, scheint der Tapetenwechsel genau den nötigen Impuls gegeben zu haben.
Soucy-Debüt und Dominanz in der Defensive
Nicht nur Palat gab seinen Einstand, auch Verteidiger Carson Soucy stand erstmals im Dress der Islanders auf dem Eis. Er kam im Doppelpack mit Palat innerhalb der letzten 48 Stunden zum Team. Coach Patrick Roy bereitete beide Neuzugänge intensiv per Video-Studium vor, da kaum Zeit für echtes Training blieb. Soucy bildete ein physisch starkes Paar mit Scott Mayfield und kompensierte so den Ausfall des verletzten Alexander Romanov.
Die Islanders dominierten die Rangers nach Belieben, was auch die Schussstatistik von 36 zu 16 deutlich unterstreicht. Neben Palat trafen auch Simon Holmstrom, Mathew Barzal und JG Pageau. Im Tor der „Isles“ stand mit David Rittich ein Fels in der Brandung, der seine persönliche Bilanz gegen die Rangers damit auf 5-0-0 ausbaute. Für die Rangers reichte es lediglich zu Ehrentreffern durch Mika Zibanejad und Taylor Raddysh.
Blick nach vorne: Der Kader wird weiter umgebaut
Mit diesem Sieg klettern die Islanders punktemäßig mit den Pittsburgh Penguins gleich und festigen den dritten Platz in der Metropolitan Division. Doch General Manager Mathieu Darche scheint mit seinem Latein noch nicht am Ende zu sein. Die Islanders verfügen durch Langzeitverletzungen wie jene von Pierre Engvall und Semyon Varlamov über beträchtlichen finanziellen Spielraum von rund sechs Millionen Dollar unter der Gehaltsobergrenze.
Darche signalisierte bereits, dass er bereit wäre, einen seiner Erstrunden-Draftpicks herzugeben, um das Team für die heiße Phase der Saison weiter zu verstärken. Vor allem der Pick, den man aus Colorado erhalten hat, gilt als heißes Tauschobjekt. Es ist also gut möglich, dass die Islanders bis zur Trade-Deadline noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlagen und nach den gelungenen Verpflichtungen von Palat und Soucy noch ein größeres Kaliber nach Long Island holen.