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NHL Direct Trade Tracker: Montréal schiebt Kapitän ab

In der vergangenen Nacht endete eine der längsten Tragödien der NHL. Max Pacioretty, Kapitän der Montréal Canadiens, wurde zu den Vegas Golden Knights getradet.

VON ZU WER
Montréal Vegas Max Pacioretty (F)
Vegas Montréal Tomas Tatar (F)
Nick Suzuki (F)
2019 2nd Round Pick

Konstant über dreißig Tore und sechzig Punkte von 2013/14 bis 2016/17. Im Schnitt einer der besten Torschützen der Liga. Max Pacioretty scheint trotz der vergangenen mageren Saison nicht wie ein Spieler, den ein Team unbedingt los werden wollen würde. Doch was sich im Hintergrund in Montréal abgespielt hatte, lässt schnell umdenken.
Nach der Saison 2014/15 – Pacioretty verzeichnete siebenunddreißig Tore und dreißig Assists in zweiundachtzig Spielen und damit seine beste Saison – wurde der 29-jährige US-Amerikaner zum Kapitän des gebeutelten Rekordmeisters aus Quebéc ernannt.
Die Euphorie hielt jedoch nicht lange an, denn trotz einer starken Leistung von Pacioretty verpasste man die Playoffs klar. In der kommenden Saison holten sich die Habs den Titel der Atlantic Division, flogen jedoch bereits in der ersten Runde aus der Post-Season. In seiner dritten Saison als Kapitän fielen Paciorettys Zahlen für seine Verhältnisse rapide in den Keller. „Paces“ erzielte nur siebenunddreißig Punkte in vierundsechzig Partien. Am Ende der Saison standen die Habs an vierzehnter Stelle der Eastern Conference, mit einundsiebzig Punkten weit außerhalb der Playoff-Plätze.
Rufe nach einem Wechsel wurden laut. Neben Marc Bergevins Kopf, dem General Manager des Traditionsteams, der schon lange in der Missgunst der Fans steht, forderte man auch jenen des einst so geliebten Torjägers.
Zuletzt kamen sogar Berichte auf, denen zu Folge nicht Max Pacioretty nach einem Trade angefragt hatte, sondern Bergevin einem Journalisten dieses Gerücht gesteckt habe, damit dieser einen Bericht darüber schreibe. Ziel war es, den Kapitän aus der Stadt zu jagen, den man nach der kommenden Saison ohnehin nicht verlängert hätte. Jenen Kapitän, für den einst Publikumsliebling PK Subban aufgrund persönlicher Differenzen der beiden nach Nashville getradet wurde.
Doch nun musste Pacioretty dran glauben. Sein Weg führt ihn nach Vegas, dem Überraschungsteam und Vizemeister der vergangenen Saison.
Für ihn erhalten die Canadiens Tomas Tatar, Nick Suzuki und einen Zweitrundenpick für 2019, der ursprünglich von Columbus kam.
Der slowakische Stürmer Tatar war über mehrere Saisonen eine fixe Größe im Aufgebot der Detroit Red Wings. 2013/14 mit neunzehn Toren noch knapp darunter, erzielte er von 2014/15 bis 2017/18 (mit Detroit und Vegas) konstant mindestens zwanzig Tore.
Mit einhundertsechsundneunzig Punkten in den vergangenen zwei Saisonen für die Owen Sound Attack (OHL) ist Nick Suzuki doch vermutlich nach Pacioretty das Herzstück des Trades. Der junge Center wurde 2017 von Vegas in der ersten Runde gedraftet. 
Die Canadiens reagieren damit weiter auf das wohl größte Loch in ihrem Kader – die Mittelposition. Neben Jesperi Kotkaniemi, dem 2018 an dritter Stelle gedrafteten Finnen, können die Habs nun auch den 19-jährigen Kanadier vorweisen.
Keines der beiden Teams kann als klarer Verlierer gesehen werden. Zwar ist Max Pacioretty eindeutig die heißeste Aktion des Tausches, doch wäre seine Zeit spätestens nach der kommenden Saison abgelaufen gewesen. Vegas kann nun einen weiteren Top-Spieler ihrem Team beifügen und bedient damit die „Win-Now“-Mentalität, die zur Festigung des Franchises beitragen soll.
Auf der anderen Seite erhalten die Canadiens einen jüngeren und etwas billigeren Ersatz für ihren Kapitän und darüber hinaus zwei tolle Assets für die Zukunft. Sowohl Suzuki als auch der Zweitrundenpick sind klare Zeichen dafür, dass auch Montréal nun einen sogenannten Rebuild durchleben wird.

für ring-hockey.at (Lukas Hörmandinger)

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