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EBEL-Inside: Warum vertrauen viele Teams keinem österreichischem Goalie?

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David Madlener (KAC). Photo: Red Bull/GEPA pictures/ Florian Ertl

Es ist kein Geheimnis dass in der Erste Bank Eishockeys Liga den österreichischen Goalies kaum Vertrauen geschenkt wird. Doch warum ist das so? Ring-hockey mit einem Blick auf wertvolle Statistiken.

Ein Routinier, noch dazu meist ein Legionär, ist in der entscheidenden Phase wie den Playoffs bei vielen Klubs zwischen den Pfosten gefragter als ein junger talentierter Goalie. Das hat verschiedene Gründe. Da wäre zunächst einmal der Aspekt, dass man die Fans in die Halle locken will um natürlich auch wirtschaftlichen Erfolg einzufahren. Wobei man hier erwähnen muss, dass es ein zweiseitiges Schwert ist. Ein Besucher will natürlich am liebsten einen einheimischen Goalie zwischen den Pfosten sehen, bleibt der Erfolg allerdings aus, steigt sehr schnell die Kritik am jungen Talent, aber auch am Trainer und der Klubführung. Aus diesem Grund entscheiden sich viele Teams für einen Legionär als Nummer 1, das junge Talent wird als Backup eingesetzt, so bleiben die kritischen Stimmen von außen zumeist aus.

Stichwort „Einsatzzeit“
Bleibt dennoch die Frage, warum man nicht einmal versucht, mit einer österreichischen Nummer 1 in die Saison zu gehen? Das Hauptproblem liegt wohl an der geringen Einsatzzeit der jungen Talente, wie es auch die Statistiken beweisen. Österreich hat viele starke Torhütertalente: Rene Swette, Bernhard Starkbaum, Mathias Lange, Fabian Weinhandl, David Madlener, Lukas Herzog, David Kickert, Manuel Litterbach oder Thomas Höneckl, um nur einige Spieler zu nennen. In der EBEL ist es für die Jungen wie zum Beispiel David Madlener oder David Kickert nur sehr schwer an Routiniers wie Jean-Philippe Lamoureux oder Thomas Duba vorbeizukommen. Das nagt natürlich an einem, vor allem wenn man jung und hungrig ist und unbedingt Spielzeit benötigt um sich weiter zu festigen und zu verbessern.

Der Schritt ins Ausland?

David Kickert (VIC) – (Foto: Dostal/fodo.at)

Wenn man auf die Statistiken der heurigen Saison blickt, merkt man schnell, dass die jungen österreichischen Torhüter nur zu Teileinsätzen kommen und das trotz starker Leistungen. Der 23-Jährige David Kickert stand 16 Mal im Kasten der Vienna Capitals, brachte es hier auf eine stolze Fangquote von 93,3 % was einen Gegentorschnitt von 1,86 ausmacht. Trotz dieser beeindruckenden Statistik setzt man in Wien auf Routinier Lamoureux (Gegentorschnitt: 2.09). Ähnlich sieht es bei David Madlener beim EC KAC aus. Der 24-jährige Vorarlberger zeigte zuletzt allerdings eindrucksvoll, wie wichtig er für seine Vorderleute in einer Halbfinalserie sein kann. 94,7% Savepercentage in 2 Spielen gegen Red Bull Salzburg muss ihm erst einer nachmachen, bleibt nur zu hoffen dass die Rotjacken weiterhin auf den 24-Jährigen bauen. Stichwort Salzburg: Hier steht mit Bernhard Starkbaum ein österreichischer Routinier zwischen den Pfosten, doch warum setzt man bei den Bullen auf einen Österreicher? Hier ist es nicht nur die Routine von Starkbaum, sondern auch der große Respekt an seine Leistungen aus den Jahren zuvor in Schweden. Auch dem Nationalteamtorhüter ging es zu Beginn seiner Karriere in Österreich nicht besser. Von 2006 bis 2009 kam Starkbaum in Villach nur zu 38 Einsätzen. Mit Markus Kerschbaumer verfügen die Adler allerdings auch über einen ausgezeichneten Torhütertrainer, der Starkbaum weiterentwickelte und sogar zur Nummer 1 beim VSV machte. Dennoch, den richtigen Durchbruch schaffte der mittlerweile 31-Jährige erst in Schweden. Hier setzte er sich u.a. bei MODO Hockey & Brynäs IF durch und machte seinen eigenen Weg.

Der Schritt ins Ausland ist aus diesem Grund vielleicht sogar der Bessere, um sich einerseits weiterzuentwickeln und auf der anderen Seite wertvolle Spielzeit zu erhalten. Ein wichtiges Puzzle sind allerdings auch die jeweiligen Fans der Klubs. Man muss Spielern wie David Kickert, David Madlener oder auch Lukas Herzog die Zeit geben sich zu entwickeln und vor allem muss man ihnen auch Fehler verzeihen. Wenn man den jungen Talenten den Rücken stärkt, werden sie auch zu einer Nummer 1 avancieren. Der Druck von außen auf den Spieler, Klub oder Trainer ist hier nicht angebracht, doch schlussendlich zählt für viele meistens leider nur der sportliche & wirtschaftliche Erfolg, der Spieler bleibt auf der Strecke.

Fazit: Junge Talente benötigen wertvolle Spielzeit und auch das Vertrauen des Klubs und der Fans. Wenn sich für das junge Talent allerdings die Chance ergibt im Ausland wertvolle Erfahrung zu sammeln, so sollte man diese unbedingt nutzen.

 

ring-hockey.at

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