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Es ist also vollbracht. Der EC VSV rangiert nach 42 von 44 Spieltagen auf dem letzten Tabellenplatz. Die Rote Laterne ist seit Ligagründung 2000 zum ersten Mal an der Drau. Überraschend ist das aber nicht. Zu viele Fehler sind in der Vergangenheit geschehen – dazu ein anderes Mal genauer. Geschäftsführer Ulf Wallisch kann einem fast schon leid tun. Denn er kann für den Status Quo eigentlich nichts. Im Hintergrund stellt er den Verein auf neue Beine und holt sehr kompetente Personen ins Team. Auf dem Eis hingegen herrscht Chaos.

Der Verein muss sich daher jetzt die Frage stellen, wie sollen die letzten zwölf Spiele bis Playoff-Beginn angegangen werden?

Theoretisch haben die Villacher immer noch eine Chance auf die Playoffs. Es muss nur die Zwischenrunde positiv absolviert werden. Dazu benötigt es aber auch eine Leistungsexplosion von sehr vielen Spielern. Ob das aber geschehen wird, darf doch eher bezweifelt werden.

Der VSV sollte sich daher eingestehen, und dies öffentlich so kommunizieren, dass die Saison vorüber ist. Dass die Spieler qualitativ nicht in der Lage sind, eine Siegesserie zu starten. Man sollte hier nicht mit falschen Hoffnungen hausieren gehen.

Klüger wäre es die lustlosen und schwachen Spieler (größtenteils Legionäre) auf die Tribüne zu setzen, junge Spieler von anderen EBEL-Vereinen holen und diese gemeinsam mit den eigenen Österreichern spielen zu lassen. Von anderen Klubs deswegen, da die eigene EBYSL-Mannschaft in den Playoffs steht. Von dort Spieler hochzuziehen und somit ihnen die Playoffs zu zerstören, wäre nicht vernünftig.

Mit dem EC KAC hingegen gibt es ein Abkommen, bei dem Spieler zwischen der AlpsLiga und dem EC VSV hin und her geschoben werden dürfen. Auch gäbe es in Salzburg genug Spieler, die derzeit ein Alpsliga-Dasein fristen. Man müsste nur anfragen und gegebenenfalls die Nachwuchsspieler um Verträge für nächste Saison kämpfen lassen.

Die zahlreichen VSV-Fans, die immer noch kommen oder auswärts mitfahren, haben es sich verdient, dass in den letzten Runden zumindest am Eis gekämpft wird. Der VSV muss die Leute in die Halle holen und sie für nächste Saison – Stichwort Aboverkäufe – motivieren. Sei es mit einer Vielzahl an Freikarten, Freibier oder anderen Publikumsaktionen. Jedenfalls holt man sich die Fans nicht zurück, wenn im Powerplay lustlose Legionäre auflaufen, während die jungen Villacher Bankerlwärmer spielen.

Diese Entscheidung zu treffen, nicht auf die theoretische Chance der Playoff-Teilnahme zu gehen, sondern die Saison mit Anstand zu beenden, ist keine einfache. Aber ab und zu ist es gescheiter, wenn man sich Sachen eingesteht. Möge es im ersten Moment auch noch so schmerzvoll sein.

Alexander Planasch

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